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Markgräfler

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1

Mittwoch, 11. Juli 2018, 14:02

Residencia de viaje

Hallo Mitanand,

eine Freundin hat mir erzählt, dass es möglich sei eine "residencia de viaje" zu beantragen, die für sechs Monate gültig sei. Damit soll es möglich sein den Residentenrabatt für Reisen innerhalb der Kanaren sowie auf das Festland in Anspruch zu nehmen. Hat jemand Erfahrungen damit?

Viele Grüße
M.
Was dem Herzen widerstrebt, geht ins Hirn nicht ein..... A. Schopenhauer

2

Mittwoch, 11. Juli 2018, 15:30

Über diese ganzen Fragen, Wohnsitzanmeldung, Zweitwohnsitz, Hauptwohnsitzh, Residencia, Reiseermäßigung habe ich schon 1.000 verschiedene (Teil/Falsch)Informationen (und vor allem Meinungen) gehört, so dass ich mich ehrlich gesagt auch nicht ganz auskenne und über verlässliche und fundierte Informationen dankbar wäre! :thumbup:

Soweit ich weiss, geht das nur mit Hauptwohnsitz auf den Kanaren (also Residencia), das Ding heißt ja "Certificados de residencia para viaje para residentes", ist also ein Zertifikat, dass du Resident auf La Palma bist und den Wisch kannst du dann für deine Reiseermäßigung verwenden, wenn du Resident bist.

https://eadmin.aridane.org/publico/procedimiento/W_PH08

Ich kann dazu meine bescheidenen Erfahrungen berichten:
Ich bin beim Rathaus von Los Llanos ordnungsgemäß gemeldet, da ich einen Wohnsitz in Los Llanos habe und manchmal länger als die 3 Monate am Stück hier bin. Ich habe aber keine Residencia da ich doch die meiste Zeit des Jahres (mehr als 182 Tage) in Wien lebe. Trotzdem hat mir das Rathaus das "Certificados de residencia para viaje para residentes" mal (versehentlich?) ausgestellt, jedoch konnte ich nichts damit anfangen, da ich keine Residentennummer (?) habe, die ich beim Buchen dann bräuchte ... sehr eigenartig!

Das hab ich grad in einem alten Thread gefunden:
Um einen Residentenrabatt zu erhalten, muss der (erste) Wohnsitz auf den Kanarischen Inseln sein.

Der erste Wohnsitz muss bei der Gemeinde angezeigt werden, sobald man mehr als 183 Tage in einem Jahr hier wohnt ODER der Lebensmittelpunkt hier ist. Dies geht einher mit der Verpflichtung zur Abmeldung des alten Wohnsitzes.

Die Verlagerung des Wohnsitzes hat umfangreiche rechtliche Auswirkungen. Dazu zählen z.B. die unbeschränkte Steuerpflicht, der Zugang zu Gesundheitsleistungen, die Gültigkeit der bisherigen privaten Krankenversicherung, die steuerliche Behandlung des Immobilienkaufs, der Residentenrabatt, die zuständige Behörde für Rentenzahlungen usw.

Die Eintragung des Wohnsitz geschieht bei der Gemeinde unter Vorlage der NIE sowie des Mietvertrages bzw. des Grundbuchauszugs / Kaufurkunde des Hauses. Auf Spanisch heißt diese Eintragung: "EMPADRONAMIENTO". Bei der Eintragung ist pingelig genau auf die Schreibweise des Namens zu achten, inkl. Zweitnamen, Abkürzungen, Akzente etc. Sobald der Name des Empadronamientos exakt mit dem Namen beim Kauf des Tickets übereinstimmt (Akzente, Abkürzungspunkte usw), erfolgt die automatische Rabattierung der Fahrkarte. Scheitert die automatische Rabattierung, kann man online auf der Webseite der Gemeinde (Voraussetzung: CERTIFICADO DIGITAL auf dem PC installiert) ODER durch persönliche Vorsprache bei der Gemeinde ein CERTIFICADO DE VIAJE beatragen, welches 6 Monate gültig ist und nur ausgestellt wird, wenn das EMPADRONAMIENTO gültig ist. Die Ausstellung online erfolgt ohne Wartezeit, die Ausstellung bei der Gemeinde einige Arbeitstage.

Weder die NIE, noch das EMPADRONAMIENTO eignen sich als Rabattnachweis (sofern die automatische Rabattierung fehlgeschlagen ist).
Bei einer erfolgreichen automatischen Rabattierung genügt die Vorlage des Personalausweises oder Reisepasses (Datenfelder werden gescannt)

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »El Vienés« (11. Juli 2018, 15:48)


3

Mittwoch, 11. Juli 2018, 16:13

Geiz ist geil - oder aber gefährlich. Es ist doch ganz einfach:

Wenn jemand hier lebt und auch seine Steuererklärungen abgibt, dann erhält er den Rabatt. Dazu meldet man sich bei der Gemeinde an, holt sich die grüne Residentenkarte und danach auch die Bestätigung, welche in der Tat nur 6 Monate gültig ist. Bei Binter klappt die Prüfung online und man braucht diese Bescheinigung z. B. gar nicht.

Wer nicht hier fest lebt und lieber in Deutschland seine Steuererklärung abgibt, der sollte tunlichst die Finger davon weglassen. Das spanische Finanzamt könnte sonst irgendwann seltsame Fragen stellen und womöglich die Rabatte zurückverlangen.

Markgräfler

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4

Mittwoch, 11. Juli 2018, 16:14

Hallo El Vienes,

so wie ich das von meiner Bekannten verstanden habe, geht es bei dieser Art von residencia (die ja auch für sechs Monate zeitl. beschränkt ist), nur um den Residentenrabatt bei Reisen. Sie hat das sogar im Reisebüro in Los Llanos so angeboten bekommen. Da wir auch ab und an längere Zeiten auf der Insel verbringen und die 183 Tage Grenze einhalten, wäre das durchaus interessant. Da könnte man mal ad hoc das ganze Archipel abklappern. Eine richtige residencia kommt für uns erst in Frage wenn das Haus in Deutschland verkauft ist.

Aber stimmt schon, zur residencia kursieren die unterschiedlichsten Meinungen bzw. Darstellungen. Es ist verwirrend und eigentlich kann man sich nur auf persönlich gemachte Erfahrungen zu diesem Thema verlassen. Und auch die scheinen stellenweise recht unterschiedlich zu sein.

Sonnige Grüße
M.
Was dem Herzen widerstrebt, geht ins Hirn nicht ein..... A. Schopenhauer

5

Mittwoch, 11. Juli 2018, 16:49

o wie ich das von meiner Bekannten verstanden habe, geht es bei dieser Art von residencia (die ja auch für sechs Monate zeitl. beschränkt ist), nur um den Residentenrabatt bei Reisen.


Das halte ich - wie kann man sowas freundlich ausdrücken - für "Unsinn". Es ist keine "Residencia de viaje", sondern ein "Certificados de residencia para viaje para residentes", das 6 Monate gültig ist. Es wird dir da bescheinigt, dass du Resident bist (also Hauptwohnsitz auf La Palma hast). Da sich früher Residenten oft nicht abgemeldet haben und den Reiserabatt noch jahrelang genutzt hatten, obwohl sie (wieder) ihren Hauptwohnsitz in Deutschland hatten und somit eigentlich kein Recht mehr dazu hatten, wurde dieses Zerifikat auf 6 Monate Gültigkeit wohl eingeführt.

Der Reiserabatt ist ja wohl dazu gedacht den Bewohner der Inseln, die Nachteile des "ultraperiferen" Wohnortes abzumildern und nicht uns (wohlhabenderen) Deutschen, Schweizern oder Österreichen ein "Schnäppchenreisen" auf den Kanaren zu ermöglichen. ;)

Palmero86

unregistriert

6

Mittwoch, 11. Juli 2018, 16:50

Residencia de viaje

Gelöscht vom Verfasser

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Palmero86« (11. Juli 2018, 19:57) aus folgendem Grund: Gelöscht vom Verfasser


7

Mittwoch, 11. Juli 2018, 17:26

VORSICHT! Wer sich hier 183 Tage im Jahr aufhaelt, ist hier voll und ganz steuerpflichtig. Die Hacienda ist beinhart und versteht keinen Spass. Der Nachteil ist, dass Steuersachen hier extrem aufwendig sind und dass man Schenkungen bzw. Erbschaften sehr hoch versteuert werden.

8

Mittwoch, 11. Juli 2018, 18:24

Den gesamten Papierkram mal ausser acht lassend: die Ermässigung auf Flug- und Schiffsreisen wird die Regierung nur denen gewähren, die auf der Insel Steuern zahlen. Macht Sinn und ist nachvollziehbar, denn sonst könnte ja jeder kommen .... (so wie ich).

Palmero, meinst Du mit "den ganzen Papierkram mal ausser acht lassend" vielleicht, "ich habe keine Ahnung, aber will hier auch meinen Senf dazugeben"?
Den Residentenrabatt gibt es für Einwohner der Balearen, der Kanaren und der beiden Afrika-Exklaven Ceuta und Melilla. Das sind Menschen, die auf den genannten Inseln ein Certificado de Residencia haben. Dies wird durch das Sistema de Acreditación de Residencia Automático, kurz SARA überprüft. Das ist nun beim Finanzministerium in Madrid angesiedelt, aber mehr auch nicht.
Ob Du Steuern zahlst (als Palmero, Festlandsspanier oder zugezogener Ausländer) spielt dafür überhaupt keine Rolle.

Ehrlich gesagt kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, warum immer wieder das Melderecht mit dem Steuerrecht in einen Topf geworfen wird. Ja, es gibt melderechtliche Vorschriften, die jeden Ausländer nach mehr als 90 Tagen Aufenthalt formaljuristisch dazu zwingen, sich als Resident anzumelden. Und nein, das hat nichts mit dem Steuerrecht zu tun, welches auf den Ort der Entstehung von Einkünften und den gewöhnlichen Aufenthalt einer Person abstellt. Es gibt wirklich schon sehr viele Artikel in den verschiedensten Foren dazu! Und wenn das Thema doch wieder hochgekocht wird, dann sollten die Informationen auch Hand und Fuß haben!

Gerold

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9

Donnerstag, 12. Juli 2018, 02:23

Ehrlich gesagt kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, warum immer wieder das Melderecht mit dem Steuerrecht in einen Topf geworfen wird. Ja, es gibt melderechtliche Vorschriften, die jeden Ausländer nach mehr als 90 Tagen Aufenthalt formaljuristisch dazu zwingen, sich als Resident anzumelden. Und nein, das hat nichts mit dem Steuerrecht zu tun, welches auf den Ort der Entstehung von Einkünften und den gewöhnlichen Aufenthalt einer Person abstellt. Es gibt wirklich schon sehr viele Artikel in den verschiedensten Foren dazu! Und wenn das Thema doch wieder hochgekocht wird, dann sollten die Informationen auch Hand und Fuß haben!

Das ist die Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Aber man kann das hier oder in anderen Foren -zig Mal wiederholen- immer kommt irgend jemand mit "Die Freundin des Friseurs meiner Cousine hat aber erzählt..."

Deshalb nochmal:
Melderecht
3 Monate freier Aufenthalt, danach zwingend melderechtliche Anmeldung (Empadronamiento) bei der Gemeinde UND Beantragung der sog. "Residencia" (Certificado de Registro de Ciudadano de la Union) bei Policia Nacional in Santa Cruz. Voraussetzung für letzteres: Nachweis eines ausreichenden (ca. 600€) regelmäßigen Einkommens und einer Krankenversicherung. Damit bekommt man dann bei der Gemeinde das 6 Monate gültige "Certificado de Viaje", das Voraussetzung für den Rabatt ist. Normalerweise kann man bei der Buchung zB bei Binter angeben, dass man Resident ist; die schauen dann in der Datenbank nach. Aber das klappt nicht immer, dann: s.o.

Steuerrecht
Nichts damit zu tun hat die Steuerpflicht, die nach 182 Tagen Aufenthalt (auch gesplittet!) pro Kalenderjahr eintritt und 1. dazu führt, dass man sein gesamtes WELTeinkommen hier versteuern muss und -uffgebasst- bis zum 31.3. jedes Jahres sein im außerspanischen Ausland befindliches Vermögen (Geld, Immobilien, Aktien, Versicherungen) hier genauestens deklarieren muss (Modelo 720). Wer das nicht oder fehlerhaft tut, wird von der Hacienda genüsslich ruiniert.
Merke: diese Steuerpflichten haben nichts, aber auch garnichts mit o.a. Meldepflichten zu tun. Auch als Illegaler wirst du hier nach 182 Tagen voll steuerpflichtig! Das Finanzamt interessiert sich höchstens für deine Residencia wegen des damit begründeten Verdachts der Steuerpflicht. Sie haben aber auch Zugriff auf deine Stromrechnung, Wasserrechnung und auf deine deutschen Steuerdaten.

Hoffentlich kommt jetzt nicht wieder jemand, der von der Putzfrau seines Schwippschwagers mütterlicherseits etwas anderes gehört hat..... ;(
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Das Leben wäre tragisch, wenn es nicht lustig wäre. (Stephen Hawking)

Gerold

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10

Donnerstag, 12. Juli 2018, 02:36

Ich habe aber keine Residencia da ich doch die meiste Zeit des Jahres (mehr als 182 Tage) in Wien lebe.

Nur ein Tip: die Residencia ist genau wie das Empadronamiento nach spätestens drei (!)Monaten zu beantragen. Das ist übrigens analog in D oder A genau so: nach 3 Monaten musst du zum Einwohnermeldeamt um deinen Wohnsitz anzumelden und zur Ausländerbehörde für eine Aufenthaltsgenehmigung. Und auch dort bekommst du die als EU-Bürger problemlos, wenn du ausreichende Mittel und eine Krankenversicherung nachweisen kannst.

Also flugs zur Policia Nacional! :police:
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marc3012

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11

Donnerstag, 12. Juli 2018, 09:19

Steuerpflicht - Wahlrecht unter bestimmten Voraussetzungen

Hallo zusammen,
jetzt will ich gerne auch etwas zur Verwirrung i.S. Steuerrecht beitragen.

Ich war kürzlich in einem Steuerbüro in St. Cruz und habe ferner bei meinem Finanzamt nachgefragt zur Steuerpflicht in Spanien. Voraussetzen will ich, dass ich ab September ganzjährig auf der Insel leben werde und mich natürlich - zur Beachtung der melderechtlichen Vorschriften - als Resident dort anmelden werde. Grundsätzlich will ich auf La Palma auch etwas arbeiten, bin aber in der super-glücklichen Lage aufgrund eines noch längerfristig fortgezahlten Gehaltes meines Arbeitgebers diesbezüglich keinen Druck zu haben.

Steuerrechtlich gibt es wohl eine Besonderheit bzw. gibt es (trotz 183 Tage Regel usw.) einen Weg, in Deutschland steuerpflichtig zu bleiben. Diese Möglichkeit gilt dann - verkürzt wiedergegeben - wenn 90% der Jahreseinkünfte in Deutschland erzielt werden und/oder die spanischen Einkünfte einen Betrag von aktuell ca. 9.000 Euro pro Jahr (Steuerfreiheit in Deutschland bis zu diesem Betrag) nicht übersteigen.

Dazu muss man beim deutschen Finanzamt zu seiner Steuererklärung die Anlage EU/EWR in der spanischen Version einreichen, die vorab vom spanischen Finanzamt entsprechend ergänzt wurde. Damit bleibt man dann obwohl überwiegend in Spanien lebend in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig und zahlt auch nur dort seine Einkommensteuer.
Sollten die Einkünfte in Spanien dann doch höher werden und damit auch der wirtschaftliche Mittelpunkt sich in Richtung Spanien verschieben, dürfte diese Regelung allerdings entfallen, wobei das auch sehr spannend ist, wenn man z.b. als "autonomo" arbeitet. Ich vermute dass es da Regeln gibt, wie das Einkommen zu ermitteln ist und welcher Überschuss dann als Einkommen gilt.
So, alle Infos habe ich mir zusammengesucht eben beim StB, beim FA bzw. durch eigene Recherchen im Internet. Aber natürlich keine Gewähr, aus meiner Sicht ohnehin ein Muss sich einen StB auf la Palma zu suchen.
Einen schönen Tag noch und herzliche Grüße
Marc

12

Donnerstag, 12. Juli 2018, 09:44

Hallo Marc,

das passt alles ganz gut zusammen. Die Rechtsgrundlage für die Steuerresidenz (residencia fiscal) sind Artikel 9 des spanischen Einkommenssteuergesetzes und das deutsch-spanische Doppelbesteuerungsabkommen. Danach gibt es nicht nur die 183-Tage-Regel, sondern drei verschiedene Anhaltspunkte für die Versteuerung entweder in Spanien oder in Deutschland.

1) 183 Tage im Jahr Aufenthalt in Spanien:

Auch wenn der ständige Aufenthalt in Spanien auf den ersten Blick die einfachste Möglichkeit ist Ihren Wohnsitz festzustellen, ist es durch den Wegfall von Grenzkontrollen für das spanische Finanzamt nahezu unmöglich diese Bedingung nachzuweisen.

2) ständige Wohnstätte in Spanien:

Mit ständiger Wohnstätte (Erst- oder Zweitwohnsitz) besteht für das spanische Finanzamt bereits eine Vermutung, dass man den steuerrechtlichen Wohnsitz in Spanien hat. Diese Vermutung kann mit Strom-, Wasser- oder Telefonrechnungen untermauert werden. Der Steuerzahler hat zu beweisen, dass es sich effektiv um einen Zweitwohnsitz handelt, der Erstwohnsitz in Deutschland liegt und die Einkünfte in Deutschland versteuert werden..

3) Mittelpunkt der Lebensinteressen:

Dafür gibt es lediglich Vermutungen, z.B. dass der Steuerzahler seinen Wohnsitz in Spanien hat, wenn in Anwendung der genannten Kriterien sein nicht getrennt lebender Ehepartner und seine minderjährigen Kinder ihren Wohnsitz in Spanien haben.

Im Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Königreich Spanien zur Vermeidung der Doppelbesteuerung wird der Konfliktfall durch den Artikel 4 Absatz 2 gelöst. Ist nach Absatz 1 eine natürliche Person in beiden Vertragsstaaten ansässig, so gilt:

- Die Person gilt als nur in dem Staat ansässig, in dem sie über eine ständige Wohnstätte verfügt. Verfügt sie in beiden Staaten über eine ständige Wohnstätte, so gilt sie als nur in dem Staat ansässig, zu dem sie die engeren persönlichen und wirtschaftlichen Beziehungen hat (Mittelpunkt der Lebensinteressen).

- Kann nicht bestimmt werden, in welchem Staat die Person den Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen hat oder verfügt sie in keinem der Staaten über eine ständige Wohnstätte, so gilt sie als nur in dem Staat ansässig, in dem sie ihren gewöhnlichen Aufenthalt hat.

- Hat die Person ihren gewöhnlichen Aufenthalt in beiden Staaten oder in keinem der Staaten, so gilt sie als nur in dem Staat ansässig, dessen Staatsangehöriger sie ist.

- Ist die Person Staatsangehöriger beider Staaten oder von keinem der Staaten, so regeln die zuständigen Behörden der Vertragsstaaten die Frage in gegenseitigem Einvernehmen.

In der Praxis findet lediglich der erste Punkt Anwendung, da nur in Ausnahmefällen der Lebensmittelpunkt nicht eindeutig bestimmt werden kann.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Nils.K« (12. Juli 2018, 09:56)


13

Donnerstag, 12. Juli 2018, 10:25

Das klingt gut. Antrag auf unbeschränkte Steuerpflicht in Deutschland stellen und man bleibt "nur" in Deutschland mit dem Welteinkommen steuerpflichtig. So dürfte das aber nicht sein! Man wird auf diesen Antrag hin in Deutschland zwar wie ein unbeschränkt Steuerpflichtiger behandelt, aber das dient nur der Berechnung der Steuer. Auch bleiben Zinsen und Renten in Spanien steuerpflichtig. Ich mache das gerade durch und es war möglich, aber nicht einfach, das Antragsformular von der spanischen Finanzbehörde abgestempelt zu bekommen.

Und mit Logik geht es auch:
Mehr als 182 Tage in Spanien.
Nur noch eine Wohnstätte in Spanien.
Persönlicher Lebensmittelpunkt in Spanien.
Keine oder nur geringfügige Einkünfte in Spanien, also weiter nur deutscher Steuerbürger? Macht ja auch nicht wirklich Sinn.

Genau diese Frage werde ich in den nächsten Wochen an das spanische Finanzamt weiterleiten. Dieses Antwortet dann verbindlich auf diese Consulta Vinculante. Diese wird anonymisiert veröffentlicht und ist verbindlich. Das dauert dann zwar noch 6 bis 9 Monate, aber ich werde vom Ergebnis berichten.

14

Donnerstag, 12. Juli 2018, 10:29

Super, Claus!! :)

marc3012

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15

Donnerstag, 12. Juli 2018, 10:41

Unbeschränkte Steuerpflicht in Deutschland

Hallo Claus,
die Info mit der unbeschränkten Steuerpflicht setzt ja voraus, dass mind. 90 % der Einkünfte in Deutschland erzielt werden, d.h. der wirtschaftliche Mittelpunkt damit in Deutschland ist. Ich denke, dass - und da bin ich von der Argumentation absolut bei Dir - dieses dann "kippt", wenn auch Einkünfte in Spanien erzielt werden. Es scheint wirklich eine Besonderheit zu sein, welche wohl im deutsch-spanischen Doppelbesteuerungsabkommen so verankert ist.

Zinsen und Renten habe ich nicht, aber eben noch Arbeitseinkommen aus Angestelltentätigkeit und Mieteinkünfte. Aber Du hast mich da auf eine ganz wichtige Spur geführt, nämlich wie es sich mit Einkünften aus Kapitalvermögen (klar, sind natürlich Zinsen auch) aber konkret um z.B. Wertpapiergewinne (Aktienhandel) verhält, für den Fall, dass das Depot in Deutschland geführt wird. Das wäre mal sehr interessant...
Die Anfrage an das Finanzamt erscheint wirklich sehr spannend...über weitere Infos zu gegebener Zeit wäre ich sehr dankbar.
Herzliche Grüße und vielen Dank an Euch für die Infos
Marc

16

Donnerstag, 12. Juli 2018, 11:36

Nur ein Tip: die Residencia ist genau wie das Empadronamiento nach spätestens drei (!)Monaten zu beantragen.
Also flugs zur Policia Nacional!


Danke für den Hinweis. Ich war ja (schon vor vielen Jahren) bei der Policia Nacional und wollte die Residencia beantragen, der hat mir zwar die NIE ausgestellt aber mich weggeschickt wegen der Residencia ... vermutlich weil er dachte, schon wieder so ein Ausländer der nur die Reiseermäßigung will ... !!?? Ich werde wohl im Dezember wieder hingehen und einen nächsten Versuch starten!

17

Donnerstag, 12. Juli 2018, 11:46

Nur ein Tip: die Residencia ist genau wie das Empadronamiento nach spätestens drei (!)Monaten zu beantragen.
Also flugs zur Policia Nacional!


Danke für den Hinweis. Ich war ja (schon vor vielen Jahren) bei der Policia Nacional und wollte die Residencia beantragen, der hat mir zwar die NIE ausgestellt aber mich weggeschickt wegen der Residencia ... vermutlich weil er dachte, schon wieder so ein Ausländer der nur die Reiseermäßigung will ... !!?? Ich werde wohl im Dezember wieder hingehen und einen nächsten Versuch starten!


Rainer, für die Residencia gibt es, wie Gerold schon schrieb, ziemlich hohe Hürden. Die N.I.E ist dagegen ein Klacks.

Und dann ist da noch eine Besonderheit, auf die Arne Grätsch gern hinweist: es gibt Gemeinden auf den Kanaren, die verlangen das Empadronamiento als Voraussetzung für die Residencia, andere Gemeinden hingegen stellen das Empadronamiento erst mit gültiger Residencia aus. Da kann man als Ausländer schon mal dran verzweifeln. ;)

Gerold

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18

Donnerstag, 12. Juli 2018, 13:02

es war möglich, aber nicht einfach, das Antragsformular von der spanischen Finanzbehörde abgestempelt zu bekommen.


Daran sind schon viele (auch ich) gescheitert. Wie hast Du das gemacht?

Am Ende stellt sich allerdings dann doch die Frage, ob sich der ganze Aufwand lohnt, um in D unbeschränkt steuerpflichtig zu sein/bleiben. Wir haben das für uns durchgerechnet und sind zu negativem Ergebnis gekommen. Die gesparte Zeit verwenden wir lieber für schönere Dinge. Außerdem zahlen wir gerne Steuern. Echt!
.
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