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1

Sonntag, 31. Januar 2016, 12:23

Leben auf La Palma

Hallo zusammen.Ich bin neu hier und habe da mal eine grundsätzliche Frage.Wenn man finanziell die Möglichkeit hat sich eine Wohnung auf La Palma zu kaufen und noch einen kleinen Wagen dazu:mit wieviel Euro pro Monat sollte man für 2 Personen rechnen , um dort ohne größere Probleme leben zu können?Was müßte man monatlich zusammenhaben für eigene Versicherungen ( Sozial , Kranken , Wohnung ) , Unterhaltung eines Autos , Unterhaltung der Wohnung und die täglichen Lebenshaltungskosten?Wenn man mal davon ausgeht daß man keine großen Ansprüche hat sondern einfach nur leben möchte.Da bräuchte ich jetzt nichts auf den Euro genau , nur mal so ne Hausnummer.Alleine davon ist es schon abhängig ob es sich lohnt weiter nachzudenken.Wäre sehr dankbar für ein paar reelle Zahlen.MfG.Manni.

Sportschütze

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2

Sonntag, 31. Januar 2016, 12:49

Meine Erfahrung :


Nun, wir bewohnen ein Haus mit ca. 100 qm. Strom und Wasser beziehen wir von den öffentlichen (also kein Galeriewasser)
somit zahlen wir ca. 10 Euro Wasser und ca 20 Euro Strom im Monat. Hinzu kommt Festnetzanschluss Telefon von 40 Euro =
inkl. Internetflat, Anrufe ins spanische Festnetz inkl. einer Handynummer mit kostenlose Anrufe ins Handynetz von Movistar.

Auto, reine Haftpflicht, kostet uns ca 17 Euro p. M.( 200 im Jahr) , Steuer kann ich aktuell gar nicht sagen :-( , Haben einen Citroen Berlingo 75 PS.

Zum Leben ( Essen und Trinken, einmal die Woche auch Essen gehe, mal ab und an natürlich auch zu Laly ;-), also ausgehen und was trinken) benötigen wir ca 400 bis 500 Euro.

Krankenversicherung in der gesetzlichen, freiwillig versichert : pro Peron ca 170 Euro im Monat.

Alle Angaben sind ( nach oben ) gerundet
:thumbup:

Lebe das Leben und sei mit dem zufrieden was du hast.
Mehr als das braucht man nicht um leben zu können

:sekt:

3

Sonntag, 31. Januar 2016, 13:07

Vielen Dank für die schon ziemlich ausführliche Antwort.Wie sieht es denn mit der Sozialversicherung aus und hat man dort keine jährlichen Grundbesitzabgaben?Braucht man auch keine Hausrat oder Wohngebäudeversichrung?Wenn ich mir das ansonsten mal zusammenrechne , noch ein bißchen mehr aufrunde und bedenke daß man sich vielleicht mal für Notfälle was monatlich zur Seite legen sollte würde ich sagen sollte man mit 1500 Euro monatlich auskommen.Liege ich da ungefähr richtig?

elhierron

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4

Sonntag, 31. Januar 2016, 14:23

wenn man wie ein Palmero lebt kommt man vielleicht hin, ich persönlich rechen mit ca. 2000€ um alles abzudecken. Man muss nicht immer was kaufen, mieten ist günstiger, weil man sich nicht um den Erhalt der Immobilie kümmern muss, kostet nämlich mehr als bei hier in D. Zusätzlich bleibt das Kapital erhalten. Noch was: den Rückweg nicht vergessen, denn wenn man alt ist will man in der Regel nach D zurück.....

un saludo

Sportschütze

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5

Sonntag, 31. Januar 2016, 14:25

Eine Pflichtversicherung für Haus und Hausrat usw. gibt es nicht und Sozialversicherungen ?

Meinst du Rente und oder Arbeitslosen ??

Nun, ohne Einkommen ist eine Beitragspflicht hierzu auch nicht gegeben. Keine Zahlungen wirken sich wiederum natürlich auf
zukünftige Leistungen (Renteneinkünfte) negativ aus. Wer seine eigene Rentenversicherung auch weiterhin auf freiwilliger Basis
weiter zahlen möchte, der muss aktuell ca 85 Euro pro Monat als Mindestbeitrag leisten, damit keine Kürzung später durchgeführt
wird.

Aber dieses lässt du dir bitte einmal in einem persönlichen Gespräch mit dem Rentenversicherer erläutern. Das Gespräch bei mir,
auch wg. eventuell Verkürzung -vorzeitiger- Rentenzahlung usw., war sehr informativ.

Ich denke auch, dass man mit 2 Personen und ca 1500 bis 1700 recht gut hier leben kann.
:thumbup:

Lebe das Leben und sei mit dem zufrieden was du hast.
Mehr als das braucht man nicht um leben zu können

:sekt:

6

Sonntag, 31. Januar 2016, 14:31

Nochmals vielen Dank.Jetzt hab ich etwas womit ich mal rechnen kann.Auch mit der Möglichkeit auf längere Zeit zur Miete zu wohnen werd ich mich mal auseinandersetzen.Da gibt es auf jeden Fall noch genug zu tun.Also nochmals vielen Dank und noch einen schönen Sonntag.MfG.Manni.

nobbes49

unregistriert

7

Sonntag, 31. Januar 2016, 20:00

Wir haben das eine Zeit lang aufgeschrieben und sind zum Ergebnis gekommen, dass man bei einer gewissen Anpassung an hiesige Ess- und Trinkgewohnheiten (was bei der gebotenen Qualität von Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse kein Problem ist) mit etwa 10% geringeren Kosten des Lebensunterhalts im Vergleich zu Deutschland rechnen kann, was teilweise der geringeren Mehrwertsteuer der Kanaren (7%) geschuldet ist.

Ich empfehle dringend, sich vor der Übersiedlung genauestens auf Auswandererportalen und bei den zuständigen Behörden über die gerade gültigen (!) rechtlichen Vorschriften zu informieren. So wurde die Besteuerung deutscher Renten von Auswanderern in Spanien zum 01.01.2015 aufgrund des Doppelbesteuerungsabkommens geändert. Für Renten ab 2015 müssen in Deutschland zunächst 5% Steuern gezahlt werden. Anschließend müssen sie dann, unter Anrechnung der in D gezahlten Beträge, hier versteuert werden. Gleiches gilt für Erträge aus deutschen Immobilien, die sowohl in D als auch hier versteuert werden müssen.

Die Einhaltung der Steuergesetze Spaniens kann nur dringend empfohlen werden, da der Hacienda Tributaria kaum noch jemand entkommt, der sich länger als 183 Tage im Jahr hier aufhält. Ab dann ist das Welteinkommen des Residenten hier in Spanien zu versteuern und das gesamte Auslandsvermögen genauestens (!) anzugeben. Die Strafen für Nicht- oder Falschangaben sind horribel und können im Ernstfall höher als das verschwiegene Vermögen sein.

Über die Fallstricke der spanischen Führerscheingesetze wurde hier im Forum schon an anderer Stelle diskutiert.

. :police:

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »nobbes49« (31. Januar 2016, 20:08)


8

Dienstag, 26. April 2016, 23:54

Hallo nobbes,

bin neu im Forum (u. auch gerade für einige Wochen in Tendina) und arbeite mich derzeit durch die Themen, um Infos fürs wohnen/leben in LP zu sammeln.
Wo kann ich weitere Infos zu den Steuergesetzen finden, weil du geschrieben hast?

Die Einhaltung der Steuergesetze Spaniens kann nur dringend empfohlen
werden, da der Hacienda Tributaria kaum noch jemand entkommt, der sich
länger als 183 Tage im Jahr hier aufhält. Ab dann ist das Welteinkommen
des Residenten hier in Spanien zu versteuern und das gesamte
Auslandsvermögen genauestens (!) anzugeben. Die Strafen für Nicht- oder
Falschangaben sind horribel und können im Ernstfall höher als das
verschwiegene Vermögen sein.


Das Thema ist für mich von Interesse.

Danke schonmal für weitere Infos.

nobbes49

unregistriert

9

Mittwoch, 27. April 2016, 00:49

¡Hola Juan!

Residenten, die länger als 183 Tage pro Jahr ihren Wohnsitz in Spanien haben, müssen zunächst bis 31.03. des Folgejahres Ihre ausländischen Vermögenswerte genau deklarieren ("Modelo 720"), das sind Barvermögen bzw. Anlagekonten, Aktien, Fonds o.ä. und Immobilienvermögen (Kaufpreis), alles zum Stichtag 31.12. Das Finanzamt (Hacienda) kontrolliert genau, und wer gar keine, unvollständige oder verspätete Angaben macht, muss mit Strafe rechnen. Der Datenabgleich funktioniert übrigens in der EU inzwischen hervorragend (zumindest bei "Normal"-Steuerpflichtigen).

Dann muss bis zum 30.06. die eigentliche Einkommenssteuererklärung abgegeben werden. Man kann das im Internet machen oder persönlich (mit Termin!) bei der Hacienda. Man sollte/muss hierzu spanisch können. Es empfiehlt sich deshalb zumindest die ersten Male die Hinzuziehung eines Steuerberaters.

Das gesamte Welteinkommen muss in Spanien versteuert werden. Mir bekannte Ausnahmen: Renten ab Rentenbeginn 01.01.2015 werden zunächst in D mit 5% versteuert, dann in ES voll, wobei die in D gezahlte Steuer hier angerechnet wird. Immobilienerträge dort, wo die Hütte steht, also bei deutschen Immobilien zunächst in D. Es muss also in beiden Fällen zunächst eine ESt-Erklärung in D gemacht werden. Wenn der Bescheid da ist, kommt dann die Hacienda dran. Also die deutsche Erklärung frühzeitig machen, damit rechtzeitig der Bescheid da ist. Die in D gezahlte Steuer wird hier angerechnet.

Lt. meiner Steuerberaterin (Monika Merges, Sta. Cruz) werden derzeit verstärkt Kontrollen bei Residenten durchgeführt. :police:

Da sich Steuergesetze hier häufig ändern und mindestens so kompliziert sind wie in D, empfiehlt sich die Beratung durch eine Steuerfachperson.

.

10

Mittwoch, 27. April 2016, 03:09

Nur der Vollständigkeit halber:
Die Steuerkanzlei "Monika Merges" wird von Herrn Merges weitergeführt, da seine Frau leider vor 2 J. verstorben ist.

11

Mittwoch, 27. April 2016, 08:09

Steuerberater

"Lt. meiner Steuerberaterin (Monika Merges, Sta. Cruz) werden derzeit verstärkt Kontrollen bei Residenten durchgeführt. :police:"

Frau Merges ist leider bereits vor ein paar Jahren verstorben.

12

Mittwoch, 27. April 2016, 10:56

Danke. Ja, ich denke es macht Sinn jemanden vom Fach zur Beratung hinzuzuziehen.
Konkret wird es im nächsten Jahr. Ich werde dann nochmal nachfragen.

nobbes49

unregistriert

13

Mittwoch, 27. April 2016, 11:31

Frau Merges ist leider bereits vor ein paar Jahren verstorben.


OK, nochmal von vorn:

Lt. meiner Steuerberatung (Asesoría Fiscal Monika Merges S.L., Sta. Cruz) werden derzeit verstärkt Kontrollen bei Residenten durchgeführt. :police:

Ich hoffe, jetzt geht´s durch. ^^ Unsere Beraterin heißt übrigens Rebekka Drude. Uff.

.

Sasch2015

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14

Mittwoch, 28. Februar 2018, 23:54

¡Hola Juan!

Residenten, die länger als 183 Tage pro Jahr ihren Wohnsitz in Spanien haben, müssen zunächst bis 31.03. des Folgejahres Ihre ausländischen Vermögenswerte genau deklarieren ("Modelo 720"), das sind Barvermögen bzw. Anlagekonten, Aktien, Fonds o.ä. und Immobilienvermögen (Kaufpreis), alles zum Stichtag 31.12. Das Finanzamt (Hacienda) kontrolliert genau, und wer gar keine, unvollständige oder verspätete Angaben macht, muss mit Strafe rechnen. Der Datenabgleich funktioniert übrigens in der EU inzwischen hervorragend (zumindest bei "Normal"-Steuerpflichtigen).

Dann muss bis zum 30.06. die eigentliche Einkommenssteuererklärung abgegeben werden. Man kann das im Internet machen oder persönlich (mit Termin!) bei der Hacienda. Man sollte/muss hierzu spanisch können. Es empfiehlt sich deshalb zumindest die ersten Male die Hinzuziehung eines Steuerberaters.

Das gesamte Welteinkommen muss in Spanien versteuert werden. Mir bekannte Ausnahmen: Renten ab Rentenbeginn 01.01.2015 werden zunächst in D mit 5% versteuert, dann in ES voll, wobei die in D gezahlte Steuer hier angerechnet wird. Immobilienerträge dort, wo die Hütte steht, also bei deutschen Immobilien zunächst in D. Es muss also in beiden Fällen zunächst eine ESt-Erklärung in D gemacht werden. Wenn der Bescheid da ist, kommt dann die Hacienda dran. Also die deutsche Erklärung frühzeitig machen, damit rechtzeitig der Bescheid da ist. Die in D gezahlte Steuer wird hier angerechnet.

Lt. meiner Steuerberaterin (Monika Merges, Sta. Cruz) werden derzeit verstärkt Kontrollen bei Residenten durchgeführt. :police:

Da sich Steuergesetze hier häufig ändern und mindestens so kompliziert sind wie in D, empfiehlt sich die Beratung durch eine Steuerfachperson.

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Ich war gerade am Stöbern bzgl. Steuern. Ein älterer Beitrag, in dem ich da gelandet bin, aber thematisch interessant für mich.

@nobbes49, wenn ich es richtig verstanden habe, muss man bei Abgabe der Einkommenssteuererklärung am 30.06. bereits den deutschen Steuerbescheid haben. Was ist, wenn das deutsche Finanzamt sich länger Zeit lässt?

Desweiteren: wenn man beispielsweise im April eines Jahres nach La Palma zieht und sich anmeldet, gilt dann der Stichtag 30.06. bereits im gleichen Jahr?
Und noch eine Frage (etwas verwirrend, aber ich versuche es mal): wenn Gelder für eine Tätigkeit aus dem Jahr 2018 erst im Umzugsjahr 2019 ausgezahlt werden, werden diese dann nur in Deutschland versteuert oder auch in Spanien? Wir haben mal mit einem Steuerberater darüber gesprochen, der uns sagte, dass wir darauf in Spanien keine Steuern zahlen müssten, weil es um Leistungen aus dem Vorjahr ginge. ?(
Hmmm. Das sind natürlich spezielle Fragen für den Fachmann vor Ort, aber vielleicht gibts eine erste Einschätzung dazu.
Danke schon mal für weitere Informationen.
"Was der Sonnenschein für die Blumen ist, das sind lachende Gesichter für die Menschen." (Joseph Addison) :yeah:

Gerold

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15

Donnerstag, 1. März 2018, 01:31

@Sasch2015

Der gute Nobbes weilt zwar nicht mehr unter uns Foristen, aber ich kenne ihn gut und werde Dir stellvertretend antworten.

Maßgeblich für die Besteuerung deutscher Resis hier ist das spanische Steuerrecht und das Doppelbesteuerungsabkommen D/ES. Bei einem Aufenthalt von mehr als 183 Tagen im Kalenderjahr musst Du prinzipiell hier Dein komplettes Welteinkommen versteuern. Die zugehörige Steuererklärung musst Du natürlich erst im Folgejahr bis zum 30.06. abgeben.

Allerdings lässt Dich der deutsche Fiskus nicht so ohne weiteres ziehen. Die Mieterträge von in D befindlichen Immobilien musst Du z.B. zunächst dort versteuern. Von einer Rente, deren Beginn nach dem 01.01.2015 liegt, möchte Deine ehemalige Heimat 5% haben. Möglicherweise gibt es noch weitere Steuergründe in D, da müsstest Du Dich noch kundig machen. Jedenfalls solltest Du eine eventuelle deutsche Steuererklärung möglichst frühzeitig machen. Das sollte aber kein Problem sein, wenn man die elektronisch (Elster) abgibt.

Die in D gezahlten Steuern werden Dir dann hier angerechnet; Du musst sie also nicht zweimal zahlen. Allerdings ist hier z.B. die deutsche Rente voll zu versteuern, und die Freibeträge sind niedriger als in D. Nach unseren Erfahrungen macht das aber keinen großen Unterschied. Jedenfalls lohnt es sich meiner Meinung nach eher nicht, hier zu tricksen; das Risiko, aufzufliegen, wird immer größer, und es gibt sicher schönere Beschäftigungen als das ständige Versteckspiel vor der Hacienda.

Eine regelrechte Falle ist das "Modelo 720", also die Deklaration der ausländischen Vermögenswerte wie Geld, Aktien, Lebensversicherungen und Immobilien. Als Steuerresident in Spanien muss man diese Erklärung bis 31. März einreichen. Wie alle Steuererklärungen ist das hier eine Bringschuld, d.h. man wird dazu nicht aufgefordert, und macht sich bei Nicht- bzw. zu später Abgabe sofort strafbar. Die Strafen bei Verstößen sind ruinös, auch wenn man z.B. ein Konto "vergisst" und die Hacienda einen erwischt. Die nicht angegebenen Werte werden zunächst mit dem Höchstsatz von 45% als Einkommen versteuert, d.h. es ist schon mal fast die Hälfte weg. Hinzu kommt ein gestaffelter Aufschlag je nach "Schwere" des Vergehens, so dass am Ende der vollkommene Ruin stehen kann. Wegen der Unverhältnismäßigkeit dieser Strafen ist eine Klage beim EU-Gerichtshof anhängig, aber bis zur Entscheidung kassieren die Spanier munter weiter.

Deine letzte Frage kann ich nicht beantworten, da müsstest Du eine/n Fachmann/Frau fragen. Die Empfehlung von Nobbes gilt weiterhin.

[Disclaimer] Dies ist keine rechtliche Beratung, sondern eine Meinungsäußerung. Ohne Gewähr! :sprichzurhand:
Das Leben wäre tragisch, wenn es nicht lustig wäre. (Stephen Hawking)

Sasch2015

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16

Donnerstag, 1. März 2018, 10:02

@Sasch2015

Der gute Nobbes weilt zwar nicht mehr unter uns Foristen, aber ich kenne ihn gut und werde Dir stellvertretend antworten.

Maßgeblich für die Besteuerung deutscher Resis hier ist das spanische Steuerrecht und das Doppelbesteuerungsabkommen D/ES. Bei einem Aufenthalt von mehr als 183 Tagen im Kalenderjahr musst Du prinzipiell hier Dein komplettes Welteinkommen versteuern. Die zugehörige Steuererklärung musst Du natürlich erst im Folgejahr bis zum 30.06. abgeben.

Allerdings lässt Dich der deutsche Fiskus nicht so ohne weiteres ziehen. Die Mieterträge von in D befindlichen Immobilien musst Du z.B. zunächst dort versteuern. Von einer Rente, deren Beginn nach dem 01.01.2015 liegt, möchte Deine ehemalige Heimat 5% haben. Möglicherweise gibt es noch weitere Steuergründe in D, da müsstest Du Dich noch kundig machen. Jedenfalls solltest Du eine eventuelle deutsche Steuererklärung möglichst frühzeitig machen. Das sollte aber kein Problem sein, wenn man die elektronisch (Elster) abgibt.

Die in D gezahlten Steuern werden Dir dann hier angerechnet; Du musst sie also nicht zweimal zahlen. Allerdings ist hier z.B. die deutsche Rente voll zu versteuern, und die Freibeträge sind niedriger als in D. Nach unseren Erfahrungen macht das aber keinen großen Unterschied. Jedenfalls lohnt es sich meiner Meinung nach eher nicht, hier zu tricksen; das Risiko, aufzufliegen, wird immer größer, und es gibt sicher schönere Beschäftigungen als das ständige Versteckspiel vor der Hacienda.

Eine regelrechte Falle ist das "Modelo 720", also die Deklaration der ausländischen Vermögenswerte wie Geld, Aktien, Lebensversicherungen und Immobilien. Als Steuerresident in Spanien muss man diese Erklärung bis 31. März einreichen. Wie alle Steuererklärungen ist das hier eine Bringschuld, d.h. man wird dazu nicht aufgefordert, und macht sich bei Nicht- bzw. zu später Abgabe sofort strafbar. Die Strafen bei Verstößen sind ruinös, auch wenn man z.B. ein Konto "vergisst" und die Hacienda einen erwischt. Die nicht angegebenen Werte werden zunächst mit dem Höchstsatz von 45% als Einkommen versteuert, d.h. es ist schon mal fast die Hälfte weg. Hinzu kommt ein gestaffelter Aufschlag je nach "Schwere" des Vergehens, so dass am Ende der vollkommene Ruin stehen kann. Wegen der Unverhältnismäßigkeit dieser Strafen ist eine Klage beim EU-Gerichtshof anhängig, aber bis zur Entscheidung kassieren die Spanier munter weiter.

Deine letzte Frage kann ich nicht beantworten, da müsstest Du eine/n Fachmann/Frau fragen. Die Empfehlung von Nobbes gilt weiterhin.

[Disclaimer] Dies ist keine rechtliche Beratung, sondern eine Meinungsäußerung. Ohne Gewähr! :sprichzurhand:
Hallo Gerold, ich danke Dir für die ausführliche Information. Da wir beabsichtigen, länger als 183 Tage auf La Palma zu sein, trifft das alles auf uns zu. Mieterträge in D haben wir nicht, wir besitzen kein Eigentum und unsere Mietwohnung in D werden wir aufgeben. Das macht die Sache vielleicht etwas einfacher.
Wir haben zuzüglich zur gesetzlichen Rente drei kleine Privatrenten, unsere Daten haben wir schon mal bei einem Steuerberater auf der Insel berechnen lassen. Ja, die Freibeträge sind niedriger als in D, aber wie Du sagst, es macht eigentlich keinen so großen Unterschied. Dafür schien uns das Leben während unserer längeren Aufenthalte auf der Insel jedes Mal günstiger als in D. Wir stellen uns aber beim Einkauf auch gleich um und verzichten auf typisch deutsche Produkte.
Können die Steuerberater auf La Palma eigentlich bei der deutschen Steuererklärung (Elster) behilflich sein? Oder muss man das dann selbst machen?

Nein, Tricksen käme für uns nicht in Frage. Da sind wir genau gegenteilig gepolt. Wir haben keine Lust auf Probleme in der neuen Heimat. Deshalb hätte ich eher Sorge, dass ich beim "Modelo 720" tatsächlich unabsichtlich etwas vergesse. Deshalb vielen Dank für den Hinweis auf die Strafen. :-)
Die andere Frage müssen wir in der Tat mit einem Steuerberater besprechen, der mit dem deutschen u. spanischen Steuerrecht vertraut ist. Das ist zu speziell.

Schönen Tag und Gruß!
"Was der Sonnenschein für die Blumen ist, das sind lachende Gesichter für die Menschen." (Joseph Addison) :yeah:

17

Donnerstag, 1. März 2018, 12:44

Die andere Frage müssen wir in der Tat mit einem Steuerberater besprechen, der mit dem deutschen u. spanischen Steuerrecht vertraut ist. Das ist zu speziell.
Hallo Sasch,

wenn Du den Steuerberater gefunden hast, dann wäre ich für einen Hinweis sehr dankbar. Das Modelo 720 ist in der Tat sehr komplex.

Liebe Grüße aus Tinizara

Sasch2015

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18

Donnerstag, 1. März 2018, 12:56

Die andere Frage müssen wir in der Tat mit einem Steuerberater besprechen, der mit dem deutschen u. spanischen Steuerrecht vertraut ist. Das ist zu speziell.
Hallo Sasch,

wenn Du den Steuerberater gefunden hast, dann wäre ich für einen Hinweis sehr dankbar. Das Modelo 720 ist in der Tat sehr komplex.

Liebe Grüße aus Tinizara
Hallo Claus,

ich hatte spontan an die Asesoría Fiscal Merges in Santa Cruz gedacht. Ich kenne die Kanzlei nicht, aber sie wurde bereits öfters empfohlen. Vielleicht gibt es noch andere Empfehlungen, ich werde mich noch weiter umhören.
Wir werden aber zweigleisig fahren und auch hier in D noch einen Steuerberater für internationales Steuerrecht aufsuchen.

Lieben Gruß nach Tinizara
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Gerold

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19

Donnerstag, 1. März 2018, 22:10

Können die Steuerberater auf La Palma eigentlich bei der deutschen Steuererklärung (Elster) behilflich sein? Oder muss man das dann selbst machen?
Ich wüsste jetzt auf die Schnelle hier keinen Berater, der sich auch im deutschen Steuerrecht auskennt. Aber wenn Ihr hier Euren Lebensmittelpunkt habt, wovon nach 182 Tagen ausgegangen wird, seid Ihr prinzipiell in D nicht mehr steuerpflichtig, sondern hier. Nur eine Rente, die nach dem 1.1.2015 begonnen hat, muss in D mit 5% versteuert werden. Ich würde mir in dem Fall den Mantelbogen und die Anlage R herunterladen und per Post zurückschicken. Infos hierzu gibt es z.B.
hier:

http://www.residentes.eu/index.php/de/st…e-rente-de.html
.
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20

Freitag, 2. März 2018, 13:00

Meines Wissen gibt es ein Steuerberatungsbüro in Tazacorte-

Dort gibt es sowohl einen deutschen ( Herr Hansen ) und
natürlich auch spanischen Angestellten. Somit sollten beide
Seiten, D und E, rechtlich ihre Infos erhalten können.
:thumbup:

Lebe das Leben und sei mit dem zufrieden was du hast.
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