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Janina

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  • »Janina« ist der Autor dieses Themas

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1

Freitag, 23. März 2018, 16:36

pol. Ummeldung und Steuern

Guten Tag,
Vielleicht wißt Ihr mehr und habt Tipps.
Durch den Verkauf meines Hauses in Deutschland werde ich meinen 1. Wohnsitz los. Ich habe gehört, daß es steuerlich günstiger ist einen Wohnsitz in Deutschland zu haben, wenn man sich aber meist hier aufhält. Ich könnte mich bei meiner Tochter in Deutschland anmelden, es ist aber z. Zt. sehr aufwendig für mich, deswegen nach Deutschland zu fliegen..
Meine Fragen:
Kann man eine Ummeldung irgendwie hinbekommen ohne Vorsprache beim EMA am neuen Wohnsitz ? Wie geht das dann mit der Änderung der Anschrift in Pass und Perso ?
Wenn man sich hier mit 1. Wohnsitz anmeldet, wie sieht das dann tatsächlich steuerlich aus ? Ich habe gehört, daß man weiterhin Steuerklärungen in Deutschland abgeben kann - bei einem spez. Finanzamt im Norden - wieviel % verlangt dann z. B. Spanien noch von den deutschen Renteneinkünften ? Muß man bez. Immobilien in Deutschland hier noch etwas bezahlen (auch wenn man da keine Einkünfte hat)?
Wenn man alles schleifen lässt, mit welchen Schwierigkeiten muß man rechnen, gibt es (Schon-)fristen ?
Ich freue mich auf und danke für Beiträge
Nina

Palmero86

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2

Freitag, 23. März 2018, 18:32

pol. Ummeldung und Steuern

Hallo Nina,

das sind interessante Fragen die mich eventuell in der Zukunft auch beschäftigen könnten.
Die Wissenden unter den Forenmitgliedern werden sicherlich mit vielen Informationen und Tipps aufwarten.
Ich persönlich weiß nur daß man in Spanien mit dem gesamten in/ausländischen Vermögen steuerpflichtig wird sobald man über 183 Tage im Jahr in Spanien residiert.

Werde eventuelle Antworten und Hinweise aufmerksam verfolgen.

Gruß aus Hamburg

3

Freitag, 23. März 2018, 20:05

Hallo Nina,

habe Deinem Profil entnommen, dass Du Rentnerin bist. Da ich - glücklicherweise - noch diverse Jahre vom Rentenalter entfernt bin, habe ich mich mit dem Thema noch nicht beschäftigt; und da ich eh hier wohne und nicht in D, muss ich mich damit auch in Zukunft nicht beschäftigen. Bin also weder Experte, noch kann ich aus eigener Erfahrung sprechen. Weiß aber, dass die meisten deutschen Rentner aus steuerlichen Gründen offiziell weniger als 183 Tage hier sind, und viele in Deutschland ziemlich beengt, nämlich in einem Briefkasten wohnen.

claudia

PS: Hier geht es fast zu wie in Panama oder so ;)

El Jardinero

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4

Freitag, 23. März 2018, 20:22

Das sind auch für mich spannende Fragen.
Die immer wieder erwähnten 183 Tage werfen bei mir die Frage auf, wie das kontrolliert wird.
Claudia reißt an, dass es Leute gibt, die das umgehen.
Ob das allerdings grundsätzlich erfolgreich möglich ist bringt mich zur nächsten Beobachtung:

Es wird immer nur die 183 Tage Grenze thematisiert und die Tatsache, dass man bei Überschreitung sein Welteinkommen in Spanien versteuern müsse.
Dabei wird stets unterschwellig der Eindruck vermittelt, dass das u.U. schlecht sein könne.
Die Frage die sich mir hier stellt ist: Ist das wirklich so?
Kann es nicht auch möglich sein, dass man in Spanien besser dran wäre.

Mir ist schon klar, dass das Alles von vielen verschiedenen Faktoren abhängig sein wird, die sehr differenziert zu betrachten sind.

Wir zumindest planen uns im diesjährigen Urlaub vor Ort eine Beratung über "das Große und Ganze" zu gönnen, wissen aber noch nicht genau, bei wem.
Wenn jemand eine Empfehlung hat, nur zu, gerne.
--------------------------------------
Saludos desde el Sauerland

El Jardinero 8)

A falta de pan, buenas son tortas.

5

Freitag, 23. März 2018, 21:10

Wenn man wenig verdient, ist man u.U. in Spanien steuerbefreit. Problematisch wird das GAnze bei Erbschaften bzw. Schenkungen, dann kann das in Spanien teuer werden. Der steuerlichen Aufwand ist hier auch relativ groß und relativ unüberschaubar. Wer hier Residente ist, muß das Welteinkommen und alles, was man besitzt, umständlich melden und die Strafen sind hoch, wenn man das nicht tut. Wer Grundbesitz hier hat, muß auch eine Nicht-Residente Steuererklärung abgeben selbst bei Einhaltung der 183 Tage-Regel. Es ist also alles relativ kompliziert, überall lauern Fallen und Multas.

M.M.n. kennt sich OH Consulting in Tazacorte gut aus. Sie sind nicht billig, das kann sich aber bezahlt machen.

6

Freitag, 23. März 2018, 21:11

Das Thema Steuern ist ja recht facettenreich, und irgendwie doch recht individuell. Dass deutsche und auch andere Rentner in der alten Heimat ein Briefkastendasein haben, hat sich seit einigen Jahren verstärkt. Denn seit rund 5 Jahren müssen in Spanien Residierende ihr Auslandsvermögen per Steuerformular (diese Dinger heißen hier immer "modelo" - in diesem Fall Modelo 720) angeben. Genau in diesem Jahr ist die Zahl der deutschen Residenten ziemlich drastisch zurück gegangen ...

Ein kanarischer Bekannter meinte einst zu uns, dass wahrscheinlich wir Alemanes die einzigen Menschen auf der Welt seien, die so ein Modelo ausfüllen würden. Wir haben halt immer noch den Ruf, irgendwie korrekter zu sein. Ich habe ihm nichts von den vielen Briefkastendeutschen erzählt ;)

7

Freitag, 23. März 2018, 21:28

Hallo an Alle,

ich gebe nun schon seit 2015 das Modelo 720 ab und habe die Technik inzwischen soweit, dass ich die Vorjahresdaten hochladen kann und das ganze durchaus im Griff habe. Allerdings kostet mich das Modelo 720 jedes Jahr gut eine Woche meines "Auswandererlebens". Kein Scherz. Mein Modelo 720 im Jahre 2015 hatte 72 Positionen. Wenn ich das nicht abgegeben hätte, dann hätte mich das spanische Finanzamt mit einer Strafe von 360.000 Euro beglücken können. 5.000 Euro pro nicht erklärter Position.

Glaubt ruhig den "Steuerberatern", welche euch eine Meldeadresse in Deutschland nahelegen. Wenn Ihr über 183 Tage in Spanien seid, dann seid Ihr hier auch steuerpflichtig. Das kann man nicht weg argumentieren. Es gibt Ausnahmen, aber die sind sehr selten.

Entspannte Grüße aus Tinizara

8

Freitag, 23. März 2018, 21:36

Die Frage ist immer, was der spanische Staat mit diesen Daten will und tut?

Die generell ziemlich drakonischen Strafen sind aus der Franco-Zeit tradiert. Und da die meisten Menschen keine Böcke auf die völlig überzogenen Strafen und die lackierten Dreispitze* haben, wird hier lieber unterhalb des staatlichen Radars laboriert und gelebt.

Alles hat seine Gründe.

claudia


PS: Ein lackierter "Tricornio" wurde bei uns tatsächlich noch bis vor wenigen Jahren von einem ganz besonders subalternen Guardia-Civil-Menschen während der Dienstzeit getragen, um wichtige Reihenschlangennummern zu vergeben. Eigentlich ist diese alberne Kopfbekleidung nur noch bei "Events" zu sehen.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »lanza-claudia« (23. März 2018, 21:45)


9

Samstag, 24. März 2018, 10:04

Allerdings kostet mich das Modelo 720 jedes Jahr gut eine Woche meines "Auswandererlebens". Kein Scherz.
Habe gerade eine Meldung von 2014 heraus gekramt, da war das Gesetz 1 Jahr alt. Die Mühe, die Du Dir machst, machten sich gerade mal 130.000 Personen; und zwar nicht nur auf den Kanaren, sondern in ganz Spanien. Schätzungen zufolge waren das gerade mal 5% aller Steuer­pflichtigen, von denen man ausging, dass sie erklärungspflichtige Güter und Werte von mehr als 50.000 Euro im Ausland besitzen. In der Meldung stand leider nicht, welche Nationalität diejenigen hatten, die tatsächlich das Modelo 720 abgegeben haben :D

Allein in 2012, dem Jahr vor der Einführung des Modelo 720, sind mal eben 75 Milliarden an Bankguthaben ins Ausland abgeflossen. Die Kohle wurde und wird schneller in Sicherheit gebracht .. oder versteckt, als der spanische Staat gucken kann.

Sportschütze

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10

Samstag, 24. März 2018, 12:39

Janina

viele deiner Fragen sind unter : Leben auf La Palma bereits beantwortet.
Einfach dort mal nachlesen, was da so alles beschrieben wurde.

Und ja, du MUSST für eine Ummeldung pers. in D. erscheinen, außer du hast
einen ;-) Vormund ;-)
:thumbup:

Lebe das Leben und sei mit dem zufrieden was du hast.
Mehr als das braucht man nicht um leben zu können

:sekt:

Schnappi4711

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11

Samstag, 24. März 2018, 17:55

Kein Bankkonto mehr in Deutschland usw.

Hallo,

soviel ich weiss darf man eigentlich in Deutschland kein Bankkonto mehr haben, wenn man sich in Deutschland für ganz abgemeldet und in Spanien angemeldet hat und somit dort steuerpflicht ist. Das ist nicht Jedermanns Geschmack ! Auch gibt es Probleme, wenn man einen Personalausweis-/Reisepass benötigt. Das gilt auch für den Führerschein, der jede 10 Jahre auch neu beantragt werden muss. Das geht dann alles nicht mehr in Deutschland. Evtl. muss man dann nach Teneriffa o. Gran Canaria rüber, da kenne ich mich nicht wirklich aus.

Grüße

Gerold

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12

Samstag, 24. März 2018, 19:11

soviel ich weiss darf man eigentlich in Deutschland kein Bankkonto mehr haben, wenn man sich in Deutschland für ganz abgemeldet und in Spanien angemeldet hat und somit dort steuerpflicht ist.


Um Himmels Willen, wo hast Du DAS denn her? Es ist eigenartig, wie viele Gerüchte rund um Residencia, Steuerpflicht und Gedöns im Umlauf sind, aber so einen Unsinn hebe ich noch nicht gehört. Selbstverständlich kannst Du dein/e Konto/en in D behalten, auch wenn wenn Du dort keinen Wohnsitz mehr hast. Probleme gibt es möglicherweise nur, wenn Du von hier aus ein Konto in D eröffnen willst, weil man sich dafür identifizieren muss. Beim üblichen Postident-Verfahren muss Du Dich dafür bei einem deutschen Postamt persönlich einfinden, aber es gibt inzwischen bei einigen Banken, z.B. ING-DIBA, das Videoident-Verfahren. Dazu meldest Du Dich bei einer Website an, hältst deinen Perso in die Kamera und beantwortest einige Fragen. Und schon hast du dein deutsches Konto.

Jetzt nochmal zum Mitschreiben das Procedere bei der Niederlassung im schönen Spanien:

Einreise bis 3 Monate: Perso oder Pass

nach 3 Monaten: Anmeldung bei der Gemeinde (Empadronamiento) UND Beantragung der "Residencia" (bzw. "Eintragung in die Liste der EU-Ausländer") bei der Policia Nacional. Voraussetzung: ausreichendes regelmäßiges Einkommen und Krankenversicherung. Residencia gilt zunächst für 5 Jahre und kann dann dauerhaft verlängert werden.

Nun zur Steuerpflicht: Lt. Abkommen D/ES ist man in dem Land unbeschränkt steuerpflichtig, in dem man sich mehr als 183 Tage aufhält. Dabei wird kumuliert, d.h. einzelne Aufenthalte pro Jahr addiert. Ab dieser Frist ist man in ES mit seinem gesamten Welteinkommen steuerpflichtig!
Auch wichtig: Die Steuergesetze haben nichts mit dem Melderecht zu tun! Man wird also auch als Illegaler, also unangemeldet, nach 183 Tagen steuerpflichtig und riskiert hohe Strafen. Deswegen nützt die "Rückgabe" der Residencia (wie macht man das?) auch nix, ebenso wie ein Fake-Wohnsitz in D. Die deutschen Finanzämter lassen sich inzwischen im letzten Fall nachweisen, dass man sich überwiegend in D aufhält, sonst wird die unbeschränkte Versteuerung verweigert. Und die hiesige Hacienda lässt sich durchaus mal die Strom- und Wasserrechnungen eines ganzen Jahres vorlegen, um deinen "gewöhnlichen Aufenthalt" rauszufinden. Als Nebeneffekt kommt man dann auch noch Schwarzvermietern auf die Schliche.

Dann doch lieber legal. Und entspannt. ;)
.
Das Leben wäre tragisch, wenn es nicht lustig wäre. (Stephen Hawking)

Janina

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13

Samstag, 24. März 2018, 19:38

pol. Ummeldung und Steuern

Hallo,
also erstmal zu Sortschütze: Wenn ich hier bei Suchbegriffe eingeben "Leben auf La Palma" eingebe, sehe ich vieles zum Thema, aber finde keine Antwort auf meine Fragen. Ich habe hier immer wieder einiges zum Thema Steuern gelesen, aber kann mich nicht erinnern, daß da Antworten auf diese Fragen waren, - außerdem gibt es ja ab und zu Neues, sodaß man nicht zu weit rückwärts schauen sollte.
Also ich kann erstmal noch ergänzen, daß man, sobald man in seinen Ausweisen die palmerische Adresse hat (mit einer Abmeldung aus Deutschland, das geht ohne daß man dort pers. erscheint und einem Eintrag der hiesigen Adresse, das geht hier wohl über das Honorarkonsulat zu machen), hier steuerlich resident ist und eine umfangreichere Steuererklärung hier machen muß. Ist man nur pol. resident, muß man nur über eine kleine Erklärung sein Immobilieneigentum angeben (so habe ich die kürzlichen Auskünfte im Büro Merges verstanden). Diese Erklärung kann nur durch einen Steuerberater oder eine steuerlich residente Person für einen gemacht werden (nicht selbst). Also entscheidend ist die Anschrift im Ausweis/Pass - das mit den 183 Tagen über Strom- u. Wasserverbrauch nachzuweisen ist doch wohl recht vage, denn die Bewässerung muß ja auch laufen, wenn man nicht hier ist und Strom verbrauchen auch Bekannte, die zeitweise das Häuschen nutzen.
Es ist wohl davon auszugehen, daß die span. Behörden auch nicht übermäßig alles nachprüfen bzw. selbst wissen, aber, wie hier schon zu lesen war, wenn sie dann doch prüfen, kann man plötzlich vor enormen Nachforderungen stehen. Beispiel bez. "Wissen": Auf meine gezielte Frage vor ca. 2Jahren im Cabildo zusammen mit meiner palmerischen Freundin, wurde mir dort gesagt, ich müsse hier keine Steuererklärung abgeben, man habe die Informationen von den Steuerbehörden in Deutschland (und man sollte ja auch annehmen, daß sie Informationen (wesentlich ist nur die Grundsteuerzahlung) über die hiesigen Immobilien haben - warum muß man die noch erklären ? !!!.
Ich danke für die Auskunft, daß eine pol. Ummeldung in Deutschland nur persönl. möglich ist - ich werde da nochmal über eine Bekannte in Dtl. nachhaken.
Ich hoffe weiter auf noch genauere Antworten auf meine Fragen.
Danke
Nina

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Janina« (24. März 2018, 19:51)


14

Samstag, 24. März 2018, 20:06

Bankverbindungen ohne Wohnsitz in Deutschland - na klar.

Natürlich kann man die bestehenden Bankverbindungen beibehalten - allerdings nicht bei allen Banken! Mal ein positive Beispielliste aus der Praxis:
Advanzia Bank, Credit Europe Bank, Degussa Bank, DenizBank, DKB Deutsche Kreditbank, FinTech Group Bank, HypoVereinsbank, Mercedes-Benz Bank, net-m privatbank 1891, NIBC Bank, ProCredit Bank, Santander Consumer Bank, Sberbank Direkt, VON ESSEN Bank und Yapi Kredi Bank.


Alle diese Banken hatte ich zum Zeitpunkt des Umzuges und habe sie auch noch heute. Alle Banken haben kein Problem mit dem Umzug ins EU-Ausland und ich konnte diese Bankverbindung auch alle auf den Steuerausländerstatus umstellen lassen.

Ich finde es teilweise unverantwortlich wie hier einige Forenmitglieder mit "Halbwissen" um sich schmeißen. Das Forum soll doch vor allem Fragen beantworten und möglicherweise Landsleute vor Fehlern schützen, die man selbst gemacht hat.

Mein Tipp: Noch vor dem Umzugsjahr alle Banken schriftlich über das Vorhaben informieren und sich die mögliche Fortführung bestätigen lassen. Dann noch im Jahr vor dem Umzug alle unnötigen oder ohnehin aufzulösenden Konten auflösen. Im Modelo 720 muss jede Bankverbindung angegeben werden, auch wenn das Konto kein Guthaben aufweist. Dann müsst Ihr die genaue Bankbezeichnung, die Anschrift, die IBAN, die BIC, die Steuernummer der Bank, das Eröffnungsdatum ausfindig machen. Sehr arbeitsintensiv....

Gerold

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15

Samstag, 24. März 2018, 22:04

Ich hoffe weiter auf noch genauere Antworten auf meine Fragen.


Du beantwortest Deine Fragen doch gleich selber.... allerdings falsch. Lies nochmal durch, was z.B. Claus und ich zu dem Thema geschrieben haben. Offenbar hast du das noch nicht getan. Nochmal gaaanz langsam:

Der Aufenthaltsstatus "Residencia" hat mit dem steuerlichen Wohnsitz NICHTS zu tun! Nach 183 Tagen legalem oder illegalem Aufenthalt bist du in Spanien mit deinem gesamten Welteinkommen unbeschränkt steuerpflichtig! Und ob du das mit den Stromrechnungen glaubst oder nicht, ist der Hacienda (und mir) egal. Und was der palmerische Freund deiner Freundin sagt, auch.

.
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Gerold

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16

Samstag, 24. März 2018, 22:14

Im Modelo 720 muss jede Bankverbindung angegeben werden, auch wenn das Konto kein Guthaben aufweist. Dann müsst Ihr die genaue Bankbezeichnung, die Anschrift, die IBAN, die BIC, die Steuernummer der Bank, das Eröffnungsdatum ausfindig machen. Sehr arbeitsintensiv....


Kleine Ergänzung: das Auslandsvermögen muss nur deklariert werden, wenn in einem der Bereiche Geld, Immobilien und Aktien, Fonds und Lebensversicherungen 50.000€ überschritten werden. Ab dann müssen jährlich nur Änderungen über 20.000€ in einem Bereich deklariert werden. Ich gebe meine ganzen Bankunterlagen an meine Repräsentanz, und für 70 - 100€ je nach Aufwand machen die dann die Erklärung.

Ich finde wie Du, dass es nicht sinnvoll ist, wenn ohne fundiertes Wissen bzw. Erfahrungen hier irgendwelche Kommentare nach dem Motto: "Der Friseur vom Bruder meiner Cousine hat aber gesagt, man muss hier keine Steuererklärung abgeben" gepostet werden.

http://www.residentes.eu/index.php/de/le…modelo-720.html
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17

Samstag, 24. März 2018, 23:50

Hallo Janina,

wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann bist Du schon länger auf LP, hast aber bislang gegenüber dem Finanzamt immer so getan, als seist Du überwiegend in D. Nun, wie ich geschrieben habe, machen das viele so. Muss jeder mit seinem Gewissen vereinbaren. Das Finanzamt ist vermutlich jene Behörde, in der am meisten gelogen wird.

Wenn Du auf LP Eigentum hast und dort wohnst (das ist Deinem Posting nicht zu entnehmen), musst Du so oder so eine Steuererklärung abgeben. Selbst wenn Du hier - zumindest gegenüber dem Finanzamt - weniger als 183 Tage wohnst, müssen Immobilieneigentümer eine Nichtresidentensteuer (IRNR) zahlen. Das Finanzamt schreibt seit einigen Jahren fleißig Briefe an Ausländer, die bislang noch gar keine Steuererklärung abgegeben haben. Da sich das mit der Nichtresidentensteuer IRNR mittlerweile herumgesprochen hat, haben die Steuerberater viele neue Kundschaft hinzu bekommen.

Für die meisten Rentner ist es steuerlich günstiger so zu tun, als würden sie die meiste Zeit in Deutschland verbringen. Bei den meisten Rentnern geht es allerdings nicht um exorbitante Beträge; der Spartrieb treibt ganz offensichtlich viele dazu, Steuern zu hinterziehen. Ich persönlich würde es so wie Gerold machen, um meine Ruhe zu haben; und weil ich mir eh nicht vorgenommen habe, die reichste Leiche auf dem Friedhof sein zu wollen.

Wenn Du Dich also dazu entscheidest, weiterhin virtuell mehr als 183 Tage in Deutschland zu verbringen, ist eine Ummeldung in der Tat erforderlich. Offensichtlich ist es Dir möglich, Dein Haus zu verkaufen, ohne nach Deutschland fliegen zu müssen. Das Thema Ummeldung würde ich zunächst ganz praktisch angehen und beim Einwohnermeldeamt des Wohnsitzes Deiner Tochter anrufen und sagen, dass Du zur Zeit noch im Ausland verweilst, aber momentan nicht weg kannst und deshalb erst später und mitsamt Personalausweis dort erscheinen kannst. Dort wird Dir die beste Auskunft gegeben (wir können hier nur spekulieren), denn es hängt alles immer ein wenig von den Behörden/Wohnorten usw. ab. Wir haben nach dem Tod meiner Schwiegermutter unglaublich viel von hier aus erledigen können, weil die Behördenmitarbeiter allesamt sehr hilfsbereit waren und uns wirklich sehr unterstützt haben.

Dein Bankkonto kannst Du in Deutschland selbstverständlich behalten. Mir ist kein einziger Fall bekannt, in dem das Konto aufgelöst werden musste; wozu auch. So wie es auch in Spanien möglich ist, ein Nichtresidentenkonto zu haben (viele Banken fragen noch nicht mal nach dem eigentlich obligatorischen "certificado de no residencia").

claudia

PS: Wenn Du Dich entscheidest, hier als Steuerresident zu sein, musst Du nach dem Hausverkauf vermutlich das Modelo 720 ausfüllen, aber dabei kann Dir dann ja der Claus helfen ^^

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »lanza-claudia« (24. März 2018, 23:57)


El Jardinero

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18

Sonntag, 25. März 2018, 15:11

Zunächst mal Dank an Gerold für den hervorragenden Link auf das 720er Modulo, das ist endlich mal knackig erklärt.
(Möglicherweise habe ich jetzt auch verstanden, warum "Claus" so viele Konten hat :D ?
Zudem erklärt es auch mal schlüssig, warum das Nichterklären und Erwischtwerden = Ruin sein kann.
Ist ja in D so nicht denkbar.

Zwei Aspekt fallen mir aber noch ein, die auch immer nicht oder wenig thematisiert werden:

1. Ehegatten - Die meisten Meinungen beziehen sich immer Summen und Grenzen im Allgemeinen, nicht aber, ob das pro Nase ist, oder zusammen.
Das ist ja durchaus nicht unwichtig.

2. Steuerhöhe - Die grundsätzliche Frage stellt sich, ob man bei korrekter Erklärung aller Sachverhalte in Spanien am Ende wahrscheinlich besser, schlechter oder gleich darstehen wird.
Der Mensch neigt ja dazu, immer den Teufel an die Wand zu malen und immer das Schlechtere anzunehmen.
Und sicher ist es von Fall zu Fall völlig verschieden. Aber es muss ja eine Tendenz geben die grundsätzlich gilt.
--------------------------------------
Saludos desde el Sauerland

El Jardinero 8)

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Gerold

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19

Sonntag, 25. März 2018, 18:07

@ El Jardinero

1. Da es in Spanien kein Ehegattensplitting gibt, gelten Grenz- und Freibeträge imho jeweils für einen Ehepartner. Beide müssen ein Steuererklärung abgeben, es sei denn, eine/r von beiden bleibt z.B. beim 720 unterhalb der Mindestbeträge. Man muss allerdings aufpassen, dass nicht beide Zugang zu denselben Konten haben. Dann müssten beide deklarieren. Ich empfehle dringend, einen Steuerberater zu konsultieren.

2. Leider gibt es keine eindeutige Tendenz, sondern es kommt auf den Einzelfall an. Was man aber sagen kann: Spanien ist kein Niedrigsteuerland, da wären Jersey, die Bahamas oder Cayman Islands besser (wenn man die Immobilienpreise bezahlen kann). Eindeutig schlechter gestellt als in D sind Rentner, die schon einige Zeit Rente beziehen und in D nur einen Teil der Rente versteuern müssten. In Spanien gilt die Rente voll als Einkommen und muss ab einem Freibetrag von 5500€ versteuert werden. Das wird sich in den kommenden Jahren, in denen Rentner in D immer höher besteuert werden, angleichen. Ein Sonderfall sind Renten ab 01.01.2015, davon will der deutsche Staat vorab von Auslandsdeutschen in Spanien 5% Steuer haben. Die wird aber hier angerechnet. Auch müssen Erträge aus in D "belegenen" Immobilien zunächst in D versteuert werden, dann in Spanien, wobei die deutsche Steuer ebenfalls hier angerechnet wird.*)

Aber wie schon gesagt: Ich muss nicht unbedingt die reichste Leiche auf dem Friedhof sein, zumal es kein (legales) Wahlrecht gibt, wo man seinen Obolus entrichtet.

*) Keine Rechts- oder Steuerberatung, sondern Erfahrungsbericht! Ohne Gewähr! :police:

https://www.steuerberatermallorca.com/ei…steuer-spanien/
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FOR

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Wohnort: Formentera

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20

Sonntag, 25. März 2018, 19:18

... und Ausweis und Reisepass sind seit 2011 bei den Einwohnermeldeämtern in DE beantragbar, wenn man dort ist... oder hier in ES in den Konsulaten...


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