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41

Sonntag, 21. Januar 2018, 10:22

@Max: gibt es denn derzeit eine Werkstatt für Elektroautos auf der Insel? Oder wenigstens auf Teneriffa?

max.deffner

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42

Sonntag, 21. Januar 2018, 11:53

Im Prinzip ja, eben Herstellerspezifisch, d.h., Renault, VW usw. die "Großen" sind alle auf La Palma vertreten.

43

Sonntag, 21. Januar 2018, 14:02

Zitat

Ich möchte nur höflich auf die Tatsache hinweisen, dass wohl die

Batterie eventuell NICHT die 8 Jahre durchhalten wird und somit

das teuerste Teil des Fahrzeuges und auch das Teil welches bei

der Herstellung die Umwelt am meisten belastet, neu gebaut und

gekauft werden muss.

[...]



Die Hersteller der Batterien lehnten es gegenüber den Herstellern

der Fahrzeuge bisher ab eine "Haltbarkeitsgarantie" über 4 Jahre

hinaus zu geben. Und auch Versicherungen lehnen es aktuell ab

dieses Teil längere Zeit mit zu versichern.
Das mag so sein. Aber im Kern ist das Problem doch, dass "Jahre" eine ganz schlechtes Maß für die Haltbarkeit der Batterien sind. Die Batterien altern zwar auch mit der Zeit, aber vor allem durch die Zahl der kompletten Ladezyklen. Die Hersteller werden für ihre Garantie zur Vermeidung von Garantiefällen eine starke Nutzung der Batterien zugrunde legen - wie etwa ein kompletter Ladezyklus pro Tag. Die entgegen gehaltene schwedische Studie wird eine andere Zahl annehmen, ohne dass sie jetzt für mich nachvollziehbar wäre. Es wird sich vermutlich um irgendeine "normale" Nutzung drehen und die ist geringer als die für die Herstellergarantie berücksichtigte. Die 4 Jahre der Herstellergarantie sind also schwerlich vergleichbar mit den 8 Jahren der schwedischen Studie.

Es liegt immer an der Einstellung der Parameter. Und wie bereits gesagt, E-Autos sind keine Revolution die eine Lösung für ökologisch einwandfreien Individualverkehr liefern - sie sind nur häufig etwas besser als Verbrenner. Man muss sich schon den konkreten Fall anschauen. Für ein stark benutztes Auto wäre ein E-Auto im Vorteil. Ein Wagen der selten gefahren wird, da wäre wahrscheinlich ein alter (hoffentlich kleiner) Verbrenner das sinnvollste - oder gleich Car-Sharing, wenn möglich.

Im Stadtverkehr haben E-Autos aber noch den wichtigen Vorteil, die punktuell belastete Luft nicht zu belasten - was für die vielen Lungenkranken und jene, die es sonst noch werden, sehr vorteilhaft ist.

Escubic

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44

Sonntag, 21. Januar 2018, 15:11

Ist genug Energie zum Laden der Elektroautos da?

Es wurde die Frage aufgeworfen, ob für Elektroautos genug Energie auf La Palma vorhanden ist.
Auf https://demanda.ree.es/movil/canarias/la_palma/ kann man z.B. den Tagesgang
der Stromproduktion für den 5.1.2018 sehen. Es war ein relativ sonnen- und windarmer Tag, so dass
fast nur Strom aus Dieselaggregaten produziert wurde. Wir sehen, dass es eine Nachtlücke gibt,
und zwar von etwa 23:40 Uhr bis 7:20 Uhr (7,5 Stunden). In dieser Nachtlücke reduziert das Dieselkraftwerk
seine Leistung von 37 MW auf 23 MW, also läuft mit um 14 MW reduzierter Leistung.

14 MW x 7,5 h = 105 MWh

Es stehen also in der Nachtlücke 105 MWh Kapazität zur Verfügung, ohne dass das Stromnetz
aufgerüstet werden müsste.

100 km Elektroauto verbrauchen - rechnen wir mal pessimistisch - 20 kWh.
Die Nachtlücke reicht also für 105.000 kWh / (20 kWh/100 km) = 525.000 km Fahrstrecke

Das ist eine gewaltige Strecke! Wenn wir einmal schätzen dass es rund 10.000 Autos
auf La Palma gibt dann wären das 52,5 km Fahrstrecke pro Auto und Tag, also gut 19.000 km
pro Auto und Jahr - mehr als die jährliche km-Leistung eines Durchschnitts-Auto.

Und das nur, wenn die Nachtlücke ausgenutzt würde, ganz ohne Zubau von Wind- oder
Sonnenenergie (aufgrund der politischen Situation ist nicht damit zu rechnen, dass
sich hier irgendwas ändert. Aber es bleibt natürlich jedem Hausbesitzer unbenommen,
Solarzellen auf seine Garage zu schrauben).

*** Nachtrag ***

Laut DGT (Direccion General de Trafico) waren im Mai 2017 in La Palma angemeldet:
41.128 Kraftfahrzeuge ("Turismos"), davon 11 Elektroautos. Die Nachtlücke reicht also nur
zur Elektrifizierung von 1/4 des Fuhrparks La Palmas.

Die Nettokapazität des Dieselkraftwerks auf La Palma beträgt 96,4 MW, davon wurde in 2015
eine Spitzenleistung von 43,9 MW abgerufen, es verblieb also selbst in der Minute der stärksten
Netzbeanspruchung in 2015 noch 52,5 MW Reserve. Es könnten also täglich (x 24h) noch zusätzlich
1260 MWh produziert werden, ohne dass das Netz zusammenbricht, also noch einmal ein Faktor 12
mehr als die Nachtlücke.

Es reicht also.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Escubic« (21. Januar 2018, 17:03)



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