Sie sind nicht angemeldet.

1

Dienstag, 10. Oktober 2017, 21:51

Elektroauto auf La Palma mieten?

Hallo zusammen,

zunächst einmal hoffe ich, dass Fragen eines baldigen Urlaubers in diesem Forum auch erlaubt sind und ich das Thema auch im richtigen Bereich erstellt habe. Ich bin anscheinend leider bei der Planung meines Urlaubs auf das Insiderwissen dieses Forums angewiesen.

Wie der Titel schon vermuten lässt, würde ich gerne ein Elektroauto auf La Palma mieten um damit die Insel zu erkunden. Die Gründe dafür liegen vor allem darin, dass ich die Natur und die Bewohner auf La Palma nicht unnötig stören möchte. Und da ich auch privat in Deutschland ein Elektroauto fahre weiß ich, dass ein Elektroauto auch einfach wesentlich entspannter zu fahren ist ;)

Ich habe bereits einige Artikel mit der Aussage gefunden, dass die E-Mobilität auf der Insel gefördert wird. Bisher habe ich aber noch keine Autovermietung gefunden, die Elektroautos anbietet.
- Ich habe die Touristeninformation angeschrieben – keine Antwort
- Beim Hotel, welches auch Autos vermietet, nachgefragt – kein E-Auto
- Autovermietung „Autos Isla Verde“ – kein Elektroauto mehr im Angebot.
Es muss aber tendenziell möglich sein, denn ich bin über ein YouTube-Video gestolpert, in dem die Insel mit dem Peugeot I-on erkundet wurde.(https://www.youtube.com/watch?v=07v9Ri5tTyo, falls es jemanden interessiert) Die Macher des Videos haben leider auf meine Kontaktaufnahme auch noch nicht reagiert.
Deshalb habe ich die Hoffnung, dass jemand aus dem Forum weiß, ob und wo es die Möglichkeit gibt auf La Palma ein Elektroauto zu mieten.

Eine darauf aufbauende Frage habe ich auch noch: In einem Ladesäulenverzeichnis sind auf La Palma vier Ladesäulen eingetragen (Los
Canjacos, Santa Cruz, Los Llanos, Tazacorte). Im YouTube Video wird jedoch von weiteren Bauprojekten berichtet, hat dazu zufällig jemand Infos? Denn ein
leicht ungutes Gefühl habe ich trotz meiner Liebe zur Elektromobilität noch. Im Urlaub wäre es sicherlich bitter, wenn man ein paar Stunden oder gar einen Tag verliert, weil eine Ladesäule zugeparkt ist, beziehungsweise jemand anderes lädt.

Ich freue mich schon darauf Euch auf La Isla Bonita zu „besuchen"! ;)

Viele liebe Grüße aus Deutschland
Dennis

max.deffner

Forenkenner

Beiträge: 281

Wohnort: Los Llanos de Aridane

Beruf: Autonomo

  • Nachricht senden

2

Mittwoch, 11. Oktober 2017, 11:32

Lieber Dennis,
In meiner Firma habe ich das schon lange in Aussicht, leider ist die Infrastruktur noch nicht umweltgerecht.
Solange die Primärerzeugung aus Hauptsächlich aus Santa Cruz de La Palma kommt, wo Schweröl verbrannt wird und der Wirkungsgrad einem alten Diesel gleichkommt, Ist die Umweltbilanz hinfällig. In den nächsten Jahren, ich schätze 2-3, werde ich Elektroautos in meiner Flotte haben, dabei habe ich mir auch ein nachhaltiges Konzept ausgedacht, welches ich jetzt hier aber noch nicht präsentieren möchte. Den Kollegen von Autos Isla Verde wurden damals Zuschüsse und der baldige Ausbau der Lade Stationen versprochen, was aber nicht passiert ist. Die Erfahrung zeigt dass die Reichweite der aktuellen Fahrzeuge mit den Steigungen auf La Palma nicht zu einem Urlaubsbetrieb reicht.

3

Mittwoch, 11. Oktober 2017, 12:24

Vielen Dank für diese Rückmeldung Max!
Ui! Dass der Strom größtenteils mit Schweröl produziert wird, hätte ich nicht gedacht. Aufgrund des Positivbeispiels El Hierro bin ich von einem eher sauberen Strommix ausgegangen. Vielen lieben Dank für die Schweröl-Info.
Ich hatte auch schon befürchtet, dass der Markt für das Vermieten von Elektroautos bei der Lade-Infrastruktur noch ziemlich klein ist. Wenn man sich sogar als privater Elektroautofahrer seine Gedanken macht und eigentlich ziemlich viel gewohnt ist, ist es nicht das ideale Fortbewegungsmittel für den typischen Touristen.

Dann hoffe ich doch mal, dass Dein Konzept aufgeht und ich mich so in die Insel verliebe, dass ich noch einmal wiederkomme… Ich denke in 2-3 Jahren solltest Du einige „günstige“ gebrauchte Elektroautos bekommen. Zoe ZE40 werden doch ziemlich stark verkauft momentan, und auch der 30kWh Leaf sollte gut funktionieren.

Ich gewöhne mich dann mal an den Gedanken nicht elektrisch unterwegs zu sein und komme vielleicht sogar auf Dich zu bezüglich eines Mietwagens. Es würde mich freuen, dann wenigstens eine Firma zu unterstützen, die für die Zukunft nachhaltige Pläne hat! Ich muss mir nur nochmal die Zeit nehmen und überlegen an wie vielen Tagen ich überhaupt ein Auto brauche.

Viele Grüße
Dennis

max.deffner

Forenkenner

Beiträge: 281

Wohnort: Los Llanos de Aridane

Beruf: Autonomo

  • Nachricht senden

4

Mittwoch, 11. Oktober 2017, 17:18

...Gebrauchtwagen ist leider oder zum Glück nicht zulässig :)

Bis bald :)
Max

Escubic

Forenmitglied

Beiträge: 21

Wohnort: La Capilla, Puntagorda

  • Nachricht senden

5

Mittwoch, 11. Oktober 2017, 20:37

@Dennis:

Du hast El Hierro als Positivbeispiel genannt. Die dortige Anlage "Gorona del Viento" funktioniert nicht wie versprochen. Die Wasserpumpen, die das Wasser vom unteren uns obere Becken pumpen sollen, funktionieren hauptsächlich, um überschüssigen Windstrom zu entsorgen. Das hochgepumpte Wasser wird dann direkt wieder nach unten abgelassen, ohne es zu speichern oder energetisch zu verwenden. Statt der angekündigten 100% grünen Energie kommen maximal 40% von den Windanlagen, und das hätte man auch ohne Pumpspeicher gehabt. Das ganze System grenzt an Betrug an der Europäischen Union. Leider ist es so. Weitere Infos auf Englisch http://euanmearns.com/el-hierro-portal/

@max.deffner:

Die Steigungen sind überhaupt kein Problem, da beim Bergabfahren die Elektroautos die investierte Energie komplett (-20% Ladeverlust) rekuperieren. Ein Hyundai IONIQ electric mit seinen echten 221 km Reichweite (echte Daten laut spritmonitor.de) würde für La Palma mehr als ausreichen. Klar ist, dass bevorzugt mit Solarstrom geladen werden sollte, z.B. per Solardach + Pufferbatterie. Das Dieselkraftwerk auf La Palma hat 39% Wirkungsgrad, abzüglich 7% Transportverluste (offizielle Zahlen). Je kWh Strom auf La Palma (im Mix 90% Diesel 10% Wind+Solar) werden im Kraftwerk 0,235 Liter Diesel verbrannt, einmal einen Hyundai IONIQ aufladen (28 kWh) verbraucht 6,6 Liter Diesel im Kraftwerk. Das entspricht einem Verbrauch von 3,0 Liter Kraftwerkdiesel je 100 km (reale km, realer Verbrauch). Das ist schon besser als ein normaler Wagen mit Verbrennungsmotor. Ich denke viele Deiner Kunden würden Elektro bevorzugen

max.deffner

Forenkenner

Beiträge: 281

Wohnort: Los Llanos de Aridane

Beruf: Autonomo

  • Nachricht senden

6

Mittwoch, 11. Oktober 2017, 21:59

Nur hat das Kraftwerk keine Art von Abgasnachbehandlung und wird oft sehr mager gefahren, hohe Verbrennungstemperatur, viel NOx, usw.
Ich brauche jederzeit volle Mobilität, ein Verbrennermotor läuft jederzeit mit Kraftstoff, beim E-Auto braucht einmal für eine umfangreiche Tour einen vollen Akku. Sollte dennoch mal der Saft ausgehen kann ich leider nicht mit einem Benzinkanister daherherkommen und Hurra. (Ausnahme ist ein BMW I3 mit seinem Range-extender). Im Moment will ich niemanden zumuten sich in das Laden des Autos Gedanken machen zu müssen, dafür ist die Urlaubszeit zu wertvoll und eben leider noch nicht genug Infrastruktur, um einen zuverlässigen und hürdenfreien betrieb zu garantieren, vorhanden. Es gibt im Moment keine Hotelanlage oder sonstige Unterkunft mit einer ordentlichen Lade-Station, und ich glaube auch dass kein Vermieter einfach so seine 220V Steckdose zur Verfügung stellt um jede Nacht X-beliebige KWH zu "schenken". Ich bin sehr dafür dass es eines Tages ordentliche, nachhaltige, bezahlbare und machbare Lösung gibt - nur im Moment, gibt es diese nicht, was auch Dennis seine Frage war.

Ich bin sehr zuversichtlich dass in Zukunft bei der Fotovoltaik und Speichrtechnik, sowohl auch in den Elektroautos, preistechnisch einen positiven Wandel geben wird.
Im Vordergrund eine Autovermietung steht, wie bei jeder anderen Firma, kostendeckendes Geschäft zu machen mit der Hoffnung am Ende vom Jahr ein positives Ergebnis zu erzielen. Dafür eignen sich momentan Elektroautos nicht, in meinem Fall bin ich mir dessen stehts bewusst und auch dazu bereit tiefer in die Tasche zu greifen - einer muss ja den Schritt wagen ( dieser war Álvaro von Auto Isla Verde und frag ihn besser nicht dazu).

Wenn die Zeit gekommen ist hätte ich es natürlich auf allen möglichen wegen publizieren.

Für eventuelle Schreibfehler bitte ich um Entschuldigung, ich habe es mit der Sprach App diktiert.

Escubic

Forenmitglied

Beiträge: 21

Wohnort: La Capilla, Puntagorda

  • Nachricht senden

7

Mittwoch, 11. Oktober 2017, 22:58

Ein paar echte Reichweiten von E-Autos, die momentan tatsächlich zu kaufen sind (Quelle: spritmonitor.de + eigene Berechnungen)

Renault ZOE 22 kWh 132 km
Nissan Leaf 30 kWh 183 km
BMW i3 28 kWh 188 km
Hyundai IONIQ elec 221 km
VW e-Golf 223 km
Renault ZOE 40 kWh 240 km
Tesla Model S 75 364 km

Die maximal mögliche Tagestour auf La Palma (einmal um die Insel herum) ist 152 km. Plus ein paar Abstecher 200 km. Plus Sicherheitspuffer 220 km.

Damit ist klar dass der BMW i3 untauglich ist. In Frage kommen neuer E-Golf, Ioniq und Renault Zoe mit dem neuen Akku. Am schnellsten wiederaufladen lässt sich der Ioniq, da er von den Modellen mit >220 km Reichweite die kleinste Batterie hat. Ladedauer an einer 2,2 kW Schuko-Steckdose (10 Ampere Sicherung - das ist der kleinste Anschluss den Endesa verkauft) 6 Stunden für 100 km Reichweite. Ist also über Nacht machbar. Klar dass Dein Kollege von Islas Verde auf den Bauch gefallen ist da die Modelle <200 km untauglich sind.

Geschenkt dass das Kraftwerk eine Umweltsünde ist. Die NOx Belastung ist fast immer >40 Mikrogramm/m³ im Nahbereich (Lidl). Aber: Benzin-Autos verpesten noch mehr da deren Verbrauch 7 l/100 km ist. Und Diesel-Autos sind noch schlimmer, wenn nicht alle 1000km Adblue nachgefüllt wird.

Das Argument mit dem Liegenbleiben ist allerdings schon ein valides für einen Vermieter. Da muss die Grua gerufen werden.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Escubic« (11. Oktober 2017, 23:06)


8

Donnerstag, 12. Oktober 2017, 00:34

Kleiner Einspruch: das Inselkraftwerk wird nicht nur mit "Diesel", sondern zum Teil noch mit "Bunker 2" betrieben, das ist Schweröl bzw. Ölschlamm, der ja auch noch in den meisten Schiffen (leider auch Kreuzfahrern) verwendet wird. Da ist auch noch jede Menge Schwefel drin. So etwas gehört verboten. Das wäre doch mal was Vernünftiges für die EU, hier die Umrüstung auf Erdgas zu finanzieren. Die Bewohner der oberhalb des Stinkers liegenden Teile von Breña Baja hätten dann auch eine längere Lebenserwartung. :blerg:
"Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao durch den man euch zieht auch noch zu trinken." (Erich Kästner)

Escubic

Forenmitglied

Beiträge: 21

Wohnort: La Capilla, Puntagorda

  • Nachricht senden

9

Donnerstag, 12. Oktober 2017, 01:09

Die Kanarische Regierung nennt den Brennstoff "Fuel Oil", also Schiffsdiesel. Ist die schwerste destillierbare Fraktion, aber kein Destillationsrückstand (kein "Schlamm"). Die Fuel Oil Generatoren haben einen Wirkungsgrad von 39%. Die Notfallturbine mit Gas hat nur 20% Wirkungsgrad. Alles Daten vom letzten Energiereport.

NOx Belastung ist signifikant, wird hier laufend veröffentlicht:
http://www.bsc.es/int/AQFcv2/MN-LAPALMA/…T_NOx_MAXD0.gif
(Maximalwert des aktuellen Tages)
Alles oberhalb von 40 µg/m³ ist langfristig kritisch (ab orange). Entspricht der Belastung in der Stadtmitte Hamburgs oder Stuttgarts.

Die von @Gerold vermutete Schwefelbelastung ist nicht signifikant.
http://www.bsc.es/int/AQFcv2/MN-LAPALMA/…T_SO2_MAXD0.gif

Feinstaubbelastung PM25 ist vorhanden, aber unkritisch.

Unstrittig ist, dass bei politischem Willen ohne Weiteres 40% Wind und Sonne + 60% (Schiff)Diesel möglich sind.
Darüber ist es wohl nur mit Geothermie machbar, da Speicher sehr teuer sind. (El Hierro hat meiner Erinnerung nach 1000 €/kWh für den Wasserspeicher bezahlt, der Speicher scheint aber nur 1/3 nutzbar wegen Fehlplanung, also 3000 €/kWh effektiv - LiIon Speicherbatterien sind zZ bei
350 €/kWh). Geothermie ist wohl auf LP vorhanden, aber niemand traut sich die Millionen für eine Probebohrung in die Hand zu nehmen (+Totalverlust bei Misserfolg, spanische Bürokratie und Planungsunsicherheit, letzter Versuch musste deswegen abgebrochen werden).

Mein Punkt ist aber dieser: Die neuen E-Autos verbrauchen, auch trotz üblen Schiffsdiesel-Kraftwerk auf La Palma, weniger Schiffsdiesel pro 100 km als ein Auto mit Verbrennungsmotor, und zwar signifikant (weniger als die Hälfte). Klar, schön wäre es wenn man auch noch mit Solar laden könnte, aber zZ hat kein Landhaus oder Hotel das.

10

Donnerstag, 12. Oktober 2017, 15:56

Ein paar echte Reichweiten von E-Autos, die momentan tatsächlich zu kaufen sind (Quelle: spritmonitor.de + eigene Berechnungen)

Renault ZOE 22 kWh 132 km
Nissan Leaf 30 kWh 183 km
BMW i3 28 kWh 188 km
Hyundai IONIQ elec 221 km
VW e-Golf 223 km
Renault ZOE 40 kWh 240 km
Tesla Model S 75 364 km

Die maximal mögliche Tagestour auf La Palma (einmal um die Insel herum) ist 152 km. Plus ein paar Abstecher 200 km. Plus Sicherheitspuffer 220 km.

Damit ist klar dass der BMW i3 untauglich ist. In Frage kommen neuer E-Golf, Ioniq und Renault Zoe mit dem neuen Akku. Am schnellsten wiederaufladen lässt sich der Ioniq, da er von den Modellen mit >220 km Reichweite die kleinste Batterie hat. Ladedauer an einer 2,2 kW Schuko-Steckdose (10 Ampere Sicherung - das ist der kleinste Anschluss den Endesa verkauft) 6 Stunden für 100 km Reichweite. Ist also über Nacht machbar. Klar dass Dein Kollege von Islas Verde auf den Bauch gefallen ist da die Modelle <200 km untauglich sind.

Geschenkt dass das Kraftwerk eine Umweltsünde ist. Die NOx Belastung ist fast immer >40 Mikrogramm/m³ im Nahbereich (Lidl). Aber: Benzin-Autos verpesten noch mehr da deren Verbrauch 7 l/100 km ist. Und Diesel-Autos sind noch schlimmer, wenn nicht alle 1000km Adblue nachgefüllt wird.

Das Argument mit dem Liegenbleiben ist allerdings schon ein valides für einen Vermieter. Da muss die Grua gerufen werden.


es gibt keine infrastruktur wo du die kisten laden kannst, das ist max sein hauptargument....

und solange die rohstoffe für solarzellen und akkus unter umweltschädlichste und energiefressensden bedingungen abgebaut und zum endprodukt gefertigt werden bin ich da echt skeptisch ob das was uns da als umweltfreundlich verkauft werden soll nicht schlimmer als der aktuell dreckigste diesel ist....

11

Donnerstag, 12. Oktober 2017, 19:24

@Escubic: Wow, vielen Dank für all die Infos! Dass das Projekt auf El Hierro gescheitert ist, hätte ich nicht gedacht. Das sah in einer Doku mal ganz anders aus…
Es ist immer wieder schade, wenn das Potential einer Region nicht genutzt wird. Der Höhenunterschied auf El Hierro auf der einen Seite, und auf La Palma die angesprochene Geothermie. Zudem scheint es auch keine große Anstrengung zu geben PV und Wind auf La Palma voranzutreiben? Der Umgang mit der Photovoltaik in Spanien ist sowieso generell ärgerlich.
Die Speicherthematik sehe ich genauso. Man sollte zunächst mal das an Wind und PV zubauen, was problemlos möglich ist. Bis dann Speicher benötigt werden, sind sie sowieso noch einmal günstiger geworden. Wenn man dann davon ausgeht, dass die günstiger werdende Elektromobilität sich auf der Insel durchsetzt, werden Hotels auch in Ladeinfrastruktur investieren. Wenn man die Wallboxen dort via IKT für den Netzbetreiber zugänglich macht, hätte man auch nachts eine große Flexibilität im Netz und die Autos können den (Überschuss-)Windstrom laden.

@Steven-Groe: Genau, ich denke auch das Ladeinfrastrukturproblem ist momentan am unangenehmsten. Mitziehende Hotels wären super.
Kurz zu den Umweltaspekten der Herstellung: Es gibt bereits eine Metastudie, die die Batterieherstellung betrachtet hat: http://www.ivl.se/download/18.5922281715…d%20CO2%20emiss
Resultat: 40-60% der Emissionen in der Herstellung entstehen durch die Emissionen in der vorgelagerten Stromerzeugung. Da gibt es also eine riesige Stellschraube das Ganze sehr umweltfreundlich zu machen, indem Strom aus erneuerbaren Energien genutzt wird. Zudem gehen die genutzten Rohstoffe ja nicht verloren. Es gibt a) Second-Life Projekte (https://electrek.co/2017/08/29/renault-e…-battery-packs/ zum Beispiel), da die Batterien immer noch nach langjähriger Nutzung mehr als 70% der ursprünglichen Energie speichern können (State of Health). Und b) kennt der Hersteller seine Zellchemie sehr genau und kann dem entsprechend Recyclingprozesse zielgerichtet dafür entwickeln. Demnach lässt sich der ökologische Fußabdruck durch diese lange Nutzungszeit und das folgende Recycling weiter signifikant verringern. Aber der Abbau der Rohstoffe ist natürlich wie bei allen Konsumgütern hin und wieder menschenrechtlich bedenklich. Durch das Autofahren kann man gewiss nicht die Mitwelt retten.

Irgendwie ist beim Posten etwas verloren gegangen deshalb ein Nachtrag: http://www.volker-quaschning.de/datserv/kev/index.php Hier kann man ganz schön sehen, wieviel Energie für PV-Zellen etc. benötigt wird. Also eine gute Sache :)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Dennis« (12. Oktober 2017, 20:11)



Spenden an das Forum.


Der Betreiber dieser Community möchte hiermit noch ein paar Worte verlieren.
Bitte respektieren Sie die Persönlichkeitsrechte aller Teilnehmer und sprechen in einem Ton, in dem auch Sie gerne angesprochen werden.
Gegenseitige Rücksichtnahme und Verständnis sind die Grundlagen menschlichen Umgangs.
Hinweise zu Inselprodukten sind erwünscht, gewerbliche Informationen dulden wir nur in den ausdrücklich hierfür bestimmten Bereichen.

Impressum und Kontakt zum Betreiber